Konzerte & Party

OneRepublic im Lido

OneRepublicJeder, aber auch jeder kennt den Song „Apologize„. Man kann der nervtötenden Nummer einfach nicht aus dem Weg gehen, wenn man Radio hört, im Supermarkt einkauft oder sich den Film „Keinohrhasen“ ansieht. Selbst das Internet ist kein geeigneter Fluchtort. Bei YouTube ist der Nummer-eins-Hit das am meisten angeforderte Video mit über 80 Millionen Aufrufen. Trotzdem hat kaum jemand verinnerlicht, dass die dafür verantwortliche Band OneRepublic heißt. Alle denken nämlich, Erfolgsproduzent Timbaland sei der Verursacher der Begeisterung, seitdem er sich „Apologize“ für einen Remix und sein Album „Shock Value“ unter den Nagel gerissen hat.
Das Missverständnis muss ein Ende haben, dachten sich OneRepublic und nannten ihr zweites Album „Waking Up„. Produziert hat Sänger Ryan Tedder, trotzdem klingt alles vertraut. Elektronische Beats, zarte Klassikandeutungen und Boygroup-Appeal finden zueinander, Melodien penetrieren die Sinne im Eiltempo. Vor einigen Songs, etwa vor der jüngsten Single „Secrets„, muss man sich wieder schwer in Acht nehmen. Es sind Ohrwurmattacken der ganz fiesen Art. Nur kann nicht einmal das davon ablenken, dass die Band eigentlich keine Identität vorzuweisen hat. Mal kupfert sie bei den Red Hot Chili Peppers ab, später kommen Coldplay, Muse und U2 ins Spiel. Die Jungs aus Colorado hören sich an, als hätten sie alle kommerziell erfolgreichen Bands der jüngsten Zeit im Crashkurs studiert, in der Hoffnung, es werde für regen Fan-Zulauf aus allen Lagern sorgen. Was wohl auch aufgegangen ist, denn statt im Lido, wo sie im Januar 2010 spielten, residieren OneRepublic jetzt im Huxleys.

Text: Thomas Weiland

OneRepublic, Huxley’s 5.9., 20 Uhr, mit Scouting for Girls und Martin & James


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