Konzerte & Party

Orlando Julius im Yaam

Orlando Julius

Die Funk/Jazz-Combo The Heliocentrics macht sich weiter um das Erbe der afrikanischen Popmusik verdient. Nach ihrer Zusammenarbeit mit Mulatu Astatke, dem äthiopischen Souljazz-Pionier der Sechziger und Siebziger Jahre, luden die Londoner im vergangenen Jahr den nigerianischen Soulsänger und Saxofonisten Orlando Julius ins Studio. Ihr gemeinsames Album „Jaiyede Afro“ ist eine originalgetreue Rekonstruktion des charakteristischen Afro-Funk, mit dem Julius in den Sechziger Jahren zur prägenden Figur der Musikszene von Lagos wurde. Mit seiner Band The Modern Aces trat er regelmäßig im berühmten Nachtclub Ibadan auf, mit den Afro Sounders spielte er Hits wie „Jagua Nana“ und „Ijo Soul“ ein, die nicht nur Fela Kuti, sondern auch James Brown beeinflussten. Der Mythos um seine Person dürfte einen kleinen Vorgeschmack auf den ersten Berlin-Auftritt der inzwischen über 70-jährigen Legende geben. Orlando Julius, der kürzlich nach dreißig Jahren aus den USA in seine Heimat Nigeria zurückgekehrt ist, wird mit Unterstützung der Heliocentrics ein Set aus Klassikern und neuen Stücken spielen, das den Geist des Afrobeat in die Gegenwart überführt. Die unwiderstehliche Mischung aus der euphorischen Polyrhythmik des Highlife und den kunstvoll ?verschlungenen Bläser-Arrangements des amerikanischen Funk ist für die Ewigkeit ?geschaffen.

Text: Andreas Busche

Orlando Julius, Yaam, Support: Tropical Timewarp Collective, An der Schillingbrücke 3, Friedrichshain, So 1.11., 20 Uhr, VVK: 18 Euro zzgl. Gebühr

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