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Electro-Pop

Oscar And The Wolf feiert die Psychosen und spielt im Kesselhaus

Der mit dem Werwolf tanzt: fingerschnipsender Elektro-Soul, der einen weniger in Abgründe schauen lässt als vielmehr geradezu aufs Tanzparkett führt

Foto: Frederik Heyman

Eigentlich ist diese ganze Welt ein Irrenhaus, erklärte der belgische Musiker Max Colombie kürzlich. Und gehören wir nicht alle in die Psychiatrie? Denn bis zu einem gewissen Grad sei jeder von uns krank, schizophren und manisch, jeder trage Dunkelheit in sich. So ringt der 27-Jährige mit einem Werwolf, in den er nachts zu verwandeln scheint und von dem sich der Name seines musikalischen Projekts Oscar And The Wolf ableitet: Oscar steht für die fröhliche Seite in ihm; der Wolf für die animalische. Auf dem Plattencover des 2017er Albums „Infinity“ ist ein gruseliges Leuchten in seinen Augen, das die Bestie erahnen lässt. Eine Träne rinnt ihm die Wange hinab, Er ist ein sensibler Mann, der seine Angst vor der Einsamkeit zum Thema macht.

Hört man sich durch die Songs, kommt man zu dem Schluss, dass er die bösen Geister gut im Griff hat, denn allzu düster geht es in seiner Musik gar nicht zu: fingerschnipsender Elektro-Soul, der einen weniger in Abgründe schauen lässt als vielmehr geradezu aufs Tanzparkett führt – und der kraft seiner Eingängigkeit nicht nur in Westeuropa ankommt, sondern interessanterweise vor allem in der Türkei: Unter seinen Youtube-Videos finden sich zahllose türkische Liebesbekundungen. „But don’t you ever run away, don’t you wanna stay here? So my love can be your remedy“, singt Colombie. Sein Rudel lässt sich das nicht zweimal sagen.

Kesselhaus/ Kulturbrauerei Knaackstr. 97, Prenzlauer Berg, Di 13.11., 20 Uhr, VVK 31,45 €

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