Konzerte & Party

Owen Pallett in der Volksbühne

Owen Pallett

Es läuft gut für Owen Pallett. Fast zu gut: Seine Filmmusik mit Arcade Fire für den Hollywood-Film „Her“ wurde für einen Oscar nominiert. Seither kann sich der Arrangeur und Songwriter vor Anfragen aus der Filmbranche kaum retten. Außerdem ist er seit einer Weile fester Livemusiker von Arcade Fire. Für die eigene Soloarbeit bleibt da immer weniger Zeit. Und das ist schade, schließlich ist dem 34-Jährigen mit „In Conflict“ sein bestes Album gelungen – und zudem sein persönlichstes. „Ich wollte diesmal autobiografischere Songs schreiben“, erzählt der Kanadier, den man sonst vor allem für seine Themen aus skurrilen Fantasy-Sphären kannte. „Viele der Songs beschäftigten sich mit ‚Verrücktheit‘ und sonderbaren Grenzbereichen: in Bezug auf Gender oder auch generationen-bezogene ‚Verrücktheit‘, beispielsweise eine Beziehung, die ein 20-Jähriger mit einem 36-Jährigen eingeht.“ Auch das persönlich gefärbte Thema einer uneindeutigen Sexualität streift der Musiker: „Ich identifiziere mich zum Beispiel nicht immer als männlich. Es hängt von der Situation ab“, sagt er. Musikalisch verkuppelt er zarte und aggressive Momente, wie immer fallen dabei die experimentellen Klänge und Loops seiner Violine auf. Anderswo drängt die Musik frei über die Ränder, und es dominiert die hartkantige Rhythmusarbeit seiner neuen kleinen Band. Gedacht seien die Songs als „Liebesbriefe an Menschen, denen es so geht wie mir in bestimmten Lebensphasen“, so Pallett. Früher hätten ihn oft Songs gerettet, von Tori Amos etwa, Björk oder Lisa Germano. „Vielleicht kann ich mit meinem Album nun auch ein paar Leuten Mut machen.“

Text: Ulrike Rechel

Foto: Peter Juhl – www.peterjuhl.com

Owen Pallett + Xiu Xiu, ?Volksbühne, So 25.5., 20 Uhr, ?VVK: 20 / 18 Euro (erm.)

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