Konzerte & Party

Owl City im Lido

Owl City

Zur Ära von YouTube und Social Networks gehört es, dass normale Leute plötzlich globale Aufmerksamkeit auf sich ziehen: vom drollig palavernden Kleinkind auf dem Autorücksitz bis zur Schulbusbegleiterin aus New York, die sich gegen pöbelnde Teens wehren muss. Normal geworden ist es auch, dass ab und an Durchschnittsmenschen einen Welthit landen. So 2009 Adam Young, der sich plötzlich unter dem Namen Owl City in den Hitlisten vor Jay-Z und Rihanna wiederfand. Seine süße Laptop-Träumerei „Fireflies“ – längst nicht der erste Song, den er geschrieben hat – hatte er abends nach dem öden Job in einem Getränkelager im Elternhaus aufgenommen und ins Internet gestellt. Und dieser Song traf offenbar eine kollektive Sehnsucht nach beseeltem, grünschnabeligen Bastlertum. Seither versucht der 25-Jährige aus gläubigem Hause in einem Nest in Minnesota brav den Wünschen des Popgeschäfts gerecht zu werden: Um Interviews reißt er sich zwar nicht gerade, doch arbeitet er im Studio bienenfleißig. Seit 2009 hat er zwei Studioalben herausgebracht, zuletzt im vergangenen Jahr „All Things Bright And Beautiful“, Stücke wie „Plant Life“ lassen feines Songwritertalent erahnen. Das jugendlich Zarte tauscht Young diesen Sommer auf seiner aktuellen Single „Shooting Star“ – Vorbotin des neuen Albums „The Midsummer Station“, das im August erscheinen soll – gegen einen auf die Tanzfläche zielenden, dicken Synthie-Pop-Klang ein. So wird der Mann aus Owatonna ziemlich schnell Platz machen für den nächsten überraschenden YouTube-Hit-Überflieger, der mit selbst gebastelten Songs und gesunder Naivität ins Rampenlicht stolpert.

Text: Ulrike Rechel

Owl City, Lido, Mi 1.8., 19.30 Uhr, VVK: 18 Euro

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