Konzerte & Party

Paganfest im C-Club

PaganFest_KorpikklaaniUnter Pagani versteht man dem Wortlaut nach „Landvolk“. Leute wie Unleashed also. Schließlich stammen die Brüllbrocken aus Kungsängen, einem Örtchen nordwestlich von Stockholm. Aber nicht allein deshalb gehört das Quartett zum Tross des Paganfests. Fungiert Paganismus heute doch vor allem als Synonym für eine Geisteshaltung, die sich aus vorchristlichen Mythen und Traditionen speist. Und da Unleashed die axtschwingende Kriegerideologie der Wikinger im bollernden Death-Metal-Liedgut vergötzen, machen sie sich eben auch künstlerisch prächtig auf einer solchen Veranstaltung.

Daneben hat die (neo-)heidnische Szene aber noch mehr zu bieten. Tatsächlich ist sie wildwüchsig wie das Unterholz der besungenen Düsterwälder. Naturmystik tummelt sich neben Kapitalismuskritik, nordische Religion neben Chauvinismus und Volkstümelei. Vor allem Letzteres führt immer wieder zu delikaten Situationen: So gerieten die ebenfalls auf dem Paganfest spielenden Moonsorrow wegen ihrer Lust an alten Runen und Textzeilen der Marke „Das Blut rinnt das Schwert hinunter/während die durstige Klinge tiefer eindringt“ ins Visier der Antifa. Dabei sind solche Texte eher dem urväterlichen Kampf gegen die christlichen Invasoren denn der Nazi-Propaganda entlehnt. Andere Bands wie Korpiklaani, die folkloristischen Headliner des Paganfests, umgehen solche Debatten und Konflikte, indem sie einfach nur ihr Interesse am heftigen Umtrunk besingen.

Text: Roy Fabian

Paganfest mit Korpiklaani, Unleashed, Moonsorrow u.a., C-Club, So 6.3., 18.30 Uhr, VVK: 31 Ђ

Tickets www.tip-berlin.de/tickets

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