Konzerte & Party

Palma Violets im Lido

Palma Violets

2012 war kein gutes Jahr für britische Indie-Rockbands. Das Angebot war so ausgedünnt, dass man vielleicht nicht gleich an ein Ende einer ganzen Musikspezies, aber doch an eine ausgewachsene Krise glauben musste. Damit sich dieser Eindruck nicht weiter verfestigt, haben sich die Mitarbeiter des Londoner Labels Rough Trade auf die Suche nach neuen Schützlingen gemacht. Fündig wurden sie im Stadtteil Lambeth südlich der Themse. In einem Studio, in dem Palma Violets aufnehmen, proben, Partys feiern und Verträge unterzeichnen. Gleich die erste Single „Best of Friends“ war ein Volltreffer. Die Sänger Sam Fryer und Chilli Jesson erzählen darin die Geschichte von einem Mädchen, das eine gute Freundin bleiben soll. Die Vehemenz, mit der sie ihren Gefühlen Luft verschaffen, lässt aber darauf schließen, dass es keine befriedigende Lösung ist. Der Song ist ein Killer und ihr Feuer hat die Band damit längst nicht verschossen. Auf dem nach ihrem Studio benannten Debütalbum „180“ liefert sie ordentlich Nachschub. Im Garagenrocker „Rattlesnake Highway“ führt sie sich wie eine entfesselte Rasselbande auf. „Tom the Drum“ lebt von der Energie, mit der britische Bands in den Sechzigern die Welt auf den Kopf gestellt haben. Angesichts der Doppelspitze Fryer-Jesson werden auch bereits Vergleiche mit den Libertines gezogen, was aber nicht wirklich passt. Denn hier sind auch Keyboarder Jeffrey Peter Mayhew und Schlagzeuger William Martin Doyle wesentlich am Gelingen beteiligt. Man kann also eher schon von ziemlich besten Freunden sprechen.

Text: Thomas Weiland

Palma Violets, Lido, Mi 3.4., 21 Uhr, VVK: 14 Euro zzgl. Gebühr

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