Konzerte & Party

„The Parlotones“ im Magnet

The ParlotonesEiner der prägendsten Rock’n’Roll-Momente im Leben von Kahn Morbee liegt vier Jahre zurück. R.E.M. spielten in Kapstadt. Ehrensache, dass sich der Parlotones-Sänger dafür aus Johannesburg auf den Weg machte; wo es doch selten genug vorkommt, dass mal ein persönlicher Held in Südafrika auftaucht. Bands wie The Parlotones sind dort recht allein auf weiter Flur; Truppen, die alles auf die Karte Rockmusik setzen, ihre Dayjobs dafür an den Nagel hängen. „In Südafrika gibt es nur eine Handvoll Bands, die davon leben können“, sagt der gebürtige Belgier, der ursprünglich mal in einer Bank arbeitete. „Wir haben Riesenglück, dass es bei uns geklappt hat.“ Wobei der Mann mit der strahlenden, von fern an Keanes Tom Chaplin erinnernden Stimme freilich tief­stapelt: The Parlotones sind in der Heimat populärer als etwa Coldplay. Goldene Schallplatten haben die fünf mehr vorzuweisen als Titelblätter in Musikmagazinen. „So was gibt es in Südafrika halt nicht; es gibt auch keine Celebrity-Kultur in dem Sinn“, so Morbee. Das aktuelle zweite Album „A World Next Door To Yours“ ist in der Heimat schon seit zwei Jahren ein Renner, Songs wie das opulent orchestrierte „Giant Mis­take“ pfeifen die Spatzen von Johannesburgs Dächern. Als unlängst Präsident Jacob Zuma ins Amt eingeführt wurde, lauschten 80.000 Menschen den jugendli­chen Hymnen der Parlotones. Auf Tour in Europa stehen die Zeichen dagegen wieder auf Anfang, hier reiht sich die Truppe ein ins Heer talentierter Bands mit Faible für euphorischen Breitwand-Pop. Af­ri­kanisch ist dann nur noch der Pass in Kahn Morbees Hosentasche.

Text: Ulrike Rechel

The Parlotones, Magnet, So 28.6., 21 Uhr, VVK: 10 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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