Konzerte & Party

Patti Smith in der Zitadelle Spandau

Patti Smith

Wer sich in Patti Smiths Rundmail-Verteiler einträgt, erhält hin und wieder Nachrichten von der Rock-Ikone. Die sind oft verblüffend alltäglich. Dass man nicht vergessen sollte, Zahnseide zu benutzen, dass es wichtig sei, ausreichend Wasser zu trinken. Manchmal erinnert sie auch an verstorbene Freunde und Weggefährten aus alten Zeiten. Auch in Interviews gibt sich Patti Smith ungewöhnlich nahbar. Sie erzählt über Begegnungen mit Rock-Legenden, als seien es Interrail-Bekanntschaften gewesen – mit Dylan, Joplin, Burroughs oder Hendrix. Im nächsten Atemzug beantwortet sie vergleichsweise Banales. Ob sie nichts gegen ihre gesplissten Haarspitzen mache, wollte kürzlich die New York Times wissen. Über ihren lange verstorbenen Seelenverwandten, den Fotografen Robert Mapplethorpe hat Smith zudem gerade eine Biografie veröffentlicht. Das Schreiben betreibt die 63-Jährige ohnehin genauso ernsthaft wie die Musik. In beiden Disziplinen betont sie ihren Do It Yourself-Ansatz: „Ich bin keine ausgefeilte Musikerin“, bekennt die Wahl-New Yorkerin, „Auf der Gitarre kann ich nicht viel mehr als sechs Akkorde.“ Beschränkungen, die sich als Stärke auswirken. Zumal Smiths intensivstes Instrument – die tiefe, schöne Stimme – auch ohne Übung immer ausdrucksvoller zu werden scheint. Den raffinierten Rest liefert ihre sensible Band um Langzeit-Gefährte Danny Kaye. Die beherrscht Smiths wechselnde Tonarten von frühem Protopunk а la „Rock’n’Roll Nigger“ bis zu den dunklen Epen später Alben wie „Trampin“ von 2004. Neue Songs, die ersten originalen seither, stellt Smith nun bei ein paar wenigen Konzerten vor.

Text: Ulrike Rechel

Patti Smith & Band, Zitadelle Spandau, Mo 5.7., 19 Uhr, VVK: 38 Euro

Tickets www.tip-berlin.de/tickets

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