Konzerte & Party

„Peaches Christ Superstar“ im HAU

Bei Peaches’ Einstand in die Welt des Musicals kommt auch auf Pianist Gonzales Gewaltiges zu: Er ersetzt einen Klangkorpus, der einen stattlichen Orchestergraben umfasst, obendrein eine 70er-gemäß aufgestellte Rockband. Noch happiger aber ist der Part, der auf Peaches selbst wartet: alle Stimmen zu übernehmen. „Ich springe zwischen den verschiedenen Rollen mit oft sehr unterschiedlichen Stimmlagen; was teils sehr schnell gehen muss, wenn zwei oder mehr Figuren gemein­same Szene haben“, erzählt sie. Das klingt ein wenig nach den arienhaften Verwandlungsküns­ten einer Nina Hagen – und nach vokalem Extremsport. „Es wird definitiv ein Ausdauertest“, bestätigt sie, „keine Ahnung, ob es klappt. Aber ich weiß, dass sich meine Stimme in letzter Zeit sehr entwickelt hat, seit meinem letzten Album und der langen Zeit, die ich mit den Songs auf Tour war.“ Da ist es nur konsequent, dass Peaches auf ihre pure Stimmkraft setzt und auf alles jenseits des Pianos verzichtet, etwa bewusst keine Elektrogerätschaften oder Technik-Gimmicks verwendet. „Das ist ja der Witz“, sagt sie. „Einen großen Chor durch einen Samp­ler zu ersetzen, das wäre ja ziemlich einfach.“
So spartanisch ihr künstlerischer Ansatz auch ist, wird Pea­ches doch nicht komplett auf etwas Bühnenkulisse verzichten. Szenenmeister wird der Künstler Andreas Golder sein. Eine Wahl, die neugierig macht; wo der Wahlberliner doch bekannt ist für Bilder und Skulpturen, die ungefähr so aussehen wie ein Donald-Duck-Strip aus dem Farbkasten von Francis Bacon. Für die Erlöser-Show fertigt er derzeit ein Kreuz an: das Schlüssel-Requisit gewissermaßen. Zur Premiere werden dann übrigens auch die Rechtevertreter des Bühnenwerks anreisen. Es dürfte einer der unvergesslichsten Musical-Abende ihres Lebens werden.

Text: Ulrike Rechel

Fotos: [email protected] 

Termine: Peaches Christ Superstar + Chilly Gonzales,
im HAU 1
, 31.5., 1.+2.6.

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