Konzerte & Party

Peaches im Huxleys

Peaches

Sechs Jahre lang hatte Peaches kein Album veröffentlicht. Um drohende Routine zu vermeiden, zog sich die Rapperin von der Rampe zurück und probierte sich in diversen Disziplinen: ob als Opernsängerin, Produzentin oder lebendes Kunstobjekt für Yoko Ono. In der Zwischenzeit prägten die Lehren von Peaches – ihr Umkehrspiel sexueller Machtordnungen – deutlich den Mainstream, von offiziellen Seiten häuften sich Preise und Ehrungen. Bevor die Umarmung durch die akademische Welt gar zu fest wird, kehrt die 47-Jährige jetzt auf vertrautes Terrain zurück. Ihr jüngstes Album „Rub“ knüpft bewusst an den minimalistischen Stil ihres Erstlings an, „The Teaches of Peaches“; in Tracks wie „Dick in the Air“ oder „Dumb Fuck“ reimt sie herzhaft sarkastisch und handfest, es wird gerieben und gespritzt, auch mal aus Körperöffnungen hell geleuchtet. Und irgendwo bekommt ein treuloser Geliebter seine qualmende Quittung. Ein Trennungsalbum sei „Rub“, gleichzeitig eine „Re-Introduction von Peaches“, sagt sie. Soll die nachwachsende Generation nicht glauben, die offensive Inszenierung weiblicher Sexualität sei auf Miley Cyrus’ Mist gewachsen. Ihr wichtigstes Thema aber – das queerpolitische Eintreten für gleiche Rechte und Selbstbestimmung – ist akut geblieben: Für jeden gesellschaftlichen Fortschritt regen sich Gegenkräfte, Peaches’ Impulse erscheinen heute so nötig wie einst.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Daria Marchik

Peaches, Huxleys, Hasenheide 107, Kreuzberg, Mi 9.12., 20 Uhr, ?ausverkauft

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