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Pet Shop Boys: Super

Pet Shop Boys: ?Super


Neil Tennant kann nicht ­anders. Er muss uns zunächst mitteilen, wie er mit voller Kraft zu Glückshormonen kommt. „It‘s a long way to happiness … but I‘m going to get there boy, the only way I know“, lässt er in ­einer frontalen Art wissen, die man von englischen Gentlemen nicht erwartet. Noch überraschender ist das Disco-Getucker, das als Untermalung geliefert wird.

Man darf damit rechnen, dass er sich bei diesem groben ­Anfall von Simplizität etwas gedacht hat. Ohne Hintergedanken wäre dieses Konglomerat aus Hochgefühl, Heliumstimme und Volksfestgeräuschen schon sehr atypisch. Aber es ist auf diesem Album kein Einzelfall. Bedenken muss man auch bei einem Stück haben, das ­“Groovy“ heißt. Erneut ergießt sich eine Lawine der Vollfeierstimmung. Hier sind die Pet Shops zu eindimensional.

Erneut haben sich Tennant und Chris Lowe mit Stuart Price hingesetzt, der schon den Vorgänger „Electric“ produziert hatte. Dieser Mann hat einen Eighties-Fetisch und darf sich phasenweise richtig austoben. Aber es gibt auf diesem Album auch ein Gegengewicht, das sich bereits in der exzellenten Single „The Pop Kids“ angedeutet hat. Da erzählt Tennant eine Geschichte über junge Leute, die in den frühen Neunzigerjahren nach London gefahren sind und sich zu jeder Tages- und Nachtzeit der Musikkultur hingeben haben. Für „The Dictator Decides“ hat man sich einen Sound überlegt, der stark in die Nähe von Depeche Modes „Policy Of Truth“ geht.

Und dass Freude manchmal auch auf die ­andere Seite umschlagen kann, hört man an „Sad Robot World“. Solche Mischung aus nachdenklicher Stimmung und gut formulierten Worten hat dieses Duo immer besonders gemacht. Es sollte seine Begabung nicht aus den Augen verlieren.   

Text: Thomas Weiland

Pet Shop Boys Super (x2 Recordings/RTD)

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