Konzerte & Party

Peter Fox: Schwarz zu blau (2008)

Sein Sieg beim Bundesvision Song Contest Anfang des Jahres trat die Erfolgslawine los, die Peter Fox alias Pierre Baigorry nun nicht mehr aufhalten kann. Falls die Gerüchte stimmen, streift der 38-Jährige nach einer Serie ausverkaufter Wuhlheide-Auftritte seine Pop-Persona Peter Fox demnächst ab, um wieder im Großkollektiv Seeed (siehe Platz 6) unterzutauchen. Was schade wäre. Pointierter hat lange keiner mehr getextet im deutschsprachigen Pop. Fox’ Großstadtballade über einen ganz normalen Heimweg nach einer zu langen Clubnacht ist Direct Cinema für die Ohren. Plastischer als in dieser Antihymne lässt sich nicht beschreiben, wie es zur Morgendämmerung aussieht am Kottbusser Damm oder der Warschauer Straße. Wenn der Sänger genervt über Hundehaufen stiefelt und verschlafen über die Kälte mosert, dann latscht man mit hochgezogenen Schultern und gesenktem Blick neben ihm her. Und wenn der Slalom vorbei an Bierleichen, Straßenzeitungsverkäufern und gewaltbereiten Jugendlichen geschafft ist, driftet man im selben trägen Puls wie der Song in Richtung „Bagdads Backwaren“, der wärmenden Oase in der Eiszeit. Vielleicht gibt es den Laden ja wirklich, schales Kaffee-Aroma jedenfalls hängt hörbar zwischen den Zeilen.
Beste Zeile: „Du bist nicht schön und das weißt du auch, dein Panorama versaut, siehst nicht mal schön von Weitem aus, doch die Sonne geht gerade auf, und ich weiß, ob ich will oder nicht, dass ich dich zum Atmen brauch …“

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