Konzerte & Party

Peter Murphy im Huxley\s

Peter MurphyEr war ein Garant für besonderen Nervenkitzel. Bei Bauhaus spielte er sich wie Bowies böser Bruder auf, der mit Fledermäusen schlafen geht und mit Nekrophilie flirtet. Peter Murphy war eine zentrale Figur des Postpunk, doch anders als etwa Nick Cave gelang es ihm nie, im Alleingang dieselbe diabolische Intensität zu erreichen oder gar zu übertreffen – und das, obwohl sich alle Welt sicher war, dass er das Zeug dazu habe. Murphys Solokarriere glich vom Start weg einer Fahrt auf dem Schlingerkurs. Der Gott der Gruft kam gelegentlich in den Texten zum Vorschein, die Musik wurde dagegen immer leichtgewichtiger. Sein Versuch, 1990 mit dem Album „Deep“ zum Popstar zu werden, wirkte arg verzweifelt.
Interessanter war das, was danach kam. Murphy zog nach Istanbul, trat zum Islam über, beschäftigte sich mit Sufismus und orientalischer Musik. Der Kulturwechsel machte sich durchaus bemerkbar, vor allem auf dem Album „Dust“ vor sieben Jahren. Es kam aber nie zum radikalen Bruch mit der Vergangenheit wie etwa bei David Sylvian. Murphy war überraschenderweise dabei, als sich Bauhaus zwei Mal reformierten. In jüngster Zeit begleitete er mehrfach Konzerte von Nine Inch Nails. Die nun angekündigte eigene Tour steht unter dem Motto „Secret Cover„. Versionen der Rock­klassiker „Instant Karma“, „Space Oddity“ und „Transmission“, aber auch Material von einem noch nicht fertigen Album stehen im Mittelpunkt. Auch wenn es dem Engländer mal wieder nicht gelingen sollte, damit die ganze
Magie und Energie des Jahres 1981 zurückzuholen: Seine Präsenz und Stimme fesseln immer noch.

Text: Thomas Weiland

Peter Murphy, Huxley’s, Fr 16.10., 20 Uhr, VVK: 32 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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