Songwriter

Peter Perrett im Badehaus

Ex-Only-One Peter Perrett debütiert als Solist erst im Rentenalter

Steve Gullick

Ein bewegtes Leben kann gutes Rohmaterial für einen Songwriter sein, von daher ist es keine große Überraschung, dass „How The West Was Won“, das sehr späte Solodebüt von Peter Perrett, so überzeugend geraten ist. Im Grunde kann man schon froh sein, dass der 65-jährige Brite nach jahrzehntelanger Drogensucht und notorischem Karrierepech überhaupt noch unter uns weilt. Mit den Only Ones gelang ihm 1978 eine Sternstunde der Popkultur: „Another Girl, Another Planet“ ­wurde zwar unter Punk einsortiert, war aber ein Highlight des psychedelisch grundierten Powerpops – drei Minuten für die Ewigkeit.

Die Single blieb ein Flop. Schon damals ­wurde Perretts Stimme eine Ähnlichkeit mit der von Lou Reed nachgesagt, eine Eigenschaft, die im Lauf der Zeit fast noch stärker geworden ist: Die von Lebensweisheit geprägte Melancholie, die wie feiner Rost aus dem ­näselnden Gesang blüht, erinnert ebenso an Reeds „New York“-Album wie Perretts präzise Alltagsbeobachtungen und der lakonische Gitarrenpostpunk, bei dessen Verfertigung ihn seine Söhne Jamie und Peter Jr. an Gitarre und Bass unterstützt haben. Das ist nämlich die andere Seite dieser bewegten Vita: Seit fast 50 Jahren sind Perrett und seine Frau Zena, mit der er einst als Teenager durchbrannte, ein Paar – in guten wie in schlechten Zeiten.

Badehaus Revaler Str. 99, Friedrichshain, Mo 20.11., 20 Uhr, VVK 20 €

Mehr über Cookies erfahren