Konzerte & Party

The Phantom Band

Als im Sommer das Ende ihrer Studiozeit nahte, waren Rick Anthony und seine Phantom Band regelrecht erleichtert. Gut sei es gewesen, dass Produzent Paul Savage zur Eile drängte. „Sonst würden wir wohl noch heute immer weiter Gitarrenspuren schichten“, glauben die Schotten. Nach dem gefeierten Debütalbum „Checkmate Savage“ von 2009 legten die Artrocker aus Glasgow unlängst schon den Nachfolger vor. Auf „The Wants“ erhebt sich Rick Anthonys sonorer Gesang über einem Flechtwerk aus klickenden Beats, brazzelnden Gitarren, Percus­sions-Grooves, Chören oder auch mal repetitivem, an Steve Reich angelehntem Marimbafon.

Eine halbe Ewigkeit hat die Band, die sich Anfang der Nullerjahre an Glasgows Kunsthochschule kennenlernte, vor sich hin gewerkelt. Eine lange Phase des reinen Spielens, ganz ohne Veröffentlichung, folgte, die sich nun bezahlt macht: Bei aller Melodie­seligkeit steckt „The Wants“ voller Momente, in denen das Ungeplante aufleuchtet, angefangen mit dem rhythmischen Schleifton, das vom Stimmen des Marimbafons stammt – Teil einer reichen Klangpalette, die u.a. Akkordeon, E-Bow, Melodica oder Wurlitzer Orgel umfasst. Dass die Band mit „Come Away In The Dark“ auch mal einen schlichten Folksong anstimmt, zeugt von guter Intu­ition. Ein Ruhemoment im geheimnisvollen Soundgebräu, ehe die Band wieder anfängt, zu schichten, zu knüpfen und zu türmen.

Text: Ulrike Rechel

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