Konzerte & Party

Phoenix in der Columbiahalle

Phoenix_c_WMG01Lange hatte man gedacht, dass Phoenix eigentlich nur deshalb ein Thema seien, weil einige Mitglieder mal mit den beiden Jungs von Daft Punk in einer Band gespielt hatten und alle zusammen nach ihrer Gründung im Jahr 1999 kurzzeitig als Backing-Band bei Fernsehauftritten von Air auftraten. Mit ihrer eigenen Musik konnten die vier Musiker aus Versailles zunächst nicht überzeugen. In einer Zeit, als französische Musiker weltoffener wurden, orientierten sich Phoenix mit Verve an angloamerikanischem Pop und Rock. Aber ihre ersten drei Studioalben, darunter das in Berlin aufgenommene „It’s Never Been Like That“, hörten sich wie Feldversuche an, wirkten steif und verfügten nicht über eine Persönlichkeit, die man für den Durchbruch braucht. Dann kam der pompös betitelte Nachfolger „Wolfgang Amadeus Phoenix“ inklusive der Songs „Listzomania“ und „1901“ und alles änderte sich.

Die Band wirkte lockerer, das wurde honoriert. Bei uns und in Frankreich wurden Phoenix schon vorher beachtet, aber jetzt stießen auch die Briten und Amerikaner dazu. Es folgte eine nicht enden wollende Welttournee, die Nachfrage war plötzlich immens. Geschadet hat sie nicht. Das neue Album „Bankrupt!“ ist das beste, das der Band bislang gelungen ist. Sänger Thomas Mars und seine Begleiter finden immer mehr Gefallen an Experimenten und Ausbruchsversuchen. Starre Strukturen und die Indie-Hektik sind verschwunden und haben Elementen Platz gemacht, die jetzt sehr wohl etwas mit Frankreich zu tun haben. Üppige Arrangements, erotisches Knistern und mehr elektronisches Equipment werten die Musik auf.

Text: Thomas Weiland

Foto: WMG01

Phoenix Columbiahalle, Do 21.11., 20 Uhr, VVK 40 Ђ zzgl. Gebühr

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