Konzerte & Party

Pierre Baigorry alias Peter Fox

Peter_FoxHätte man sich ja denken können, dass da was kommt. Bei Seeed gibt es elf Musiker, es müssen viele Kompromisse gemacht werden, da entsteht schon mal das Bedürfnis nach zeitweiliger Selbstverwirklichung. DJ Illvibe (Moabeat) und Demba Nabй (Boundzound) machten es vor, und nun steht auch Enuff alias Pierre Baigorry unter den Namen Peter Fox mit seinem Soloalbum „Stadtaffe“ in den Startlöchern. „Ich wollte eine Pop-Platte auf Deutsch machen, die sich gewaschen hat. Dazu gehört, dass die Texte echt sind und von Dingen handeln, die mich bewegen. Ich bin ein Großstadtaffe, es geht ums Stadtleben, Neurosen, Getriebensein, um das ganze Affentheater eben“, berichtet Baigorry.

Gedacht war es eigentlich anders. Baigorry wollte nur Beats bauen, als Sänger war Cee-Lo Green fest eingeplant, der schon auf der Seeed-Single „Aufstehn“ gastiert hatte. Green wurde dann aber als Hälfte von Gnarls Barkley so erfolgreich, dass er keine Zeit mehr fand. Baigorry musste den Alleingang wagen. Wichtig war ihm dabei vor allem ein neuer Sound. „Ich war einfach genervt von den Synthie-Beats, die man im Club so hört. Echte Trommeln waren mir lieber. Und dann stehe ich auch auf Frank Sinatra mit Orchester oder auf Tom Waits, wenn er was mit Geigen und Chören macht. Ich dachte, es widerspricht sich nicht, tanzbare Sachen mit Orchester zu machen.“

Baigorry ist ehrgeizig. Er möchte die Messlatte höher legen, als „Abrissbirne für die deutsche Szene“ fungieren, wie er es auf dem Album formuliert: „Ich schätze Max Raabe, Helge Schneider ist ein genialer Musiker. Aber in der breiten Popmusik fehlen mir hier in Deutschland Bands, die ich abfeiern kann. Dies müssen dann eben die Fox-Fans am 12. Dezember in der Columbiahalle besorgen.

Text: Thomas Weiland

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