Konzerte & Party

PJ Harvey und John Parish im Astra Kulturhaus

PJ Harvey und John ParishPolly Jean Harvey, die jeder nur PJ nennt, gilt als schwierig. Kein Wunder also, dass auch die Stü­cke ihres neuen Albums „A Woman A Man Walked By“ recht eigenwillig sind. Produzent John Parish unterlegte ihre grotesken Geschichten mit einem avantgardistischen Klangmosaik – mal aggressiv, mal sanft, fast zärtlich. Noise-Rock ist eine wichtige Bezugsgröße, Versatzstücke aus Grunge oder Blues fließen ebenfalls ein. Gesanglich tastet sich Harvey bis an ihre Grenzen vor: ein Bellen, ein Schrei, ein Wispern, ein Juchzen: „Dank Johns Musik habe ich diesmal die gesamte Bandbreite meiner Stimme erkundet. Ich bin ganz akribisch in jede Emotion eingetaucht.“
Mit oberflächlicher Unterhaltung hat das gewiss nichts zu tun, zumal die 39-Jährige nicht eben alltägliche Songtexte schreibt. Wenn sie Sätze herausschleudert wie: „That woman-man, I want his fucking ass“, dann wirkt sie einschüchternd, vor allem auf Männer. Sie lacht, trinkt einen Schluck Tee – und kontert: „Ach was, ich bin einfach eine typische Engländerin, die in ihren Liedern alles auf die Spitze treibt. Das ist halt meine Art von Humor.“
Zu dumm, dass sie den irischen Komiker Dylan Moran bislang nicht von ihrer Philosophie überzeugen konnte. Mit ihm nämlich würde Harvey gern eine eigene Comedy-Show auf die Bühne bringen: „Aus vielen meiner Songs könnte man lustige Sketche machen, finde ich. Deswegen werde ich Dylan in bester Stalker-Manier so lange verfolgen, bis er endlich Ja zu einem gemeinsamen Projekt sagt.“

Text: Dagmar Leischow

PJ Harvey & John Parish, Astra Kulturhaus, Do 7.5., 20 Uhr, VVK:?36 Euro

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