Konzerte & Party

Plan B im Lido

Plan B

tip Kann er denn wenigstens einen alten Song von Plan B raufpacken, wenn ihm das der Papa erlaubt?  
Johnny?Sobald ich die Rechte wieder habe, kann ich ihm das erlauben. Im Moment eigentlich noch nicht. Das ist schon ein bisschen krank.

tip Aber an der Art und Weise, wie Plan B jetzt wieder aufgetaucht sind, merkt man schon, dass ihr die neuen Medien und Kommunikationswege durchaus zu nutzen wisst …   
Johnny?Wir haben ja schon immer einen engen Kontakt zu den Leuten gehabt, die damals Fans waren, haben immer gerne gehört, was bei denen abgeht. Und das Internet ist ein großartiges Medium dafür, den Kontakt mit diesen Menschen wieder aufzunehmen und auszubauen. Das Internet bedeutet aber nicht, dass plötzlich alle Plan B kennen. Nur: wenn Leute wirklich zu uns wollen, finden Sie viel leichter zu Plan B als früher.

tip Gilt das auch für den englischen Sänger, der ebenfalls unter dem Namen Plan B auftritt – hat er euch auch schon gegoogelt?
Johnny?Wissen wir nicht. Aber er hätte ruhig mal 2006, als er angefangen hat, googeln sollen und nicht erst jetzt. Uns gibt es schon eine Weile länger.

Plan Btip Mit zwanzig will man sicher Ruhm und Geld, aber ihr seid ja schon erwachsen – was erhofft ihr euch vom derzeitigen musikalischen Engagement?  
Johnny?Ich hab mir eigentlich schon damals gewünscht, dass man eine Existenz als jemand hat, der Songs schreibt und aufführt. Aber nicht im Sinne von Popstar und Rummel, sondern dass Leute einfach wissen, was sie da kriegen, ist immer gut und hat Hand und Fuß.
Beckmann?Für mich ist es nicht entweder oder. Ich kann nicht aufhören erfolgreicher Musikberater zu sein. Geht nicht. Ich freue mich, wenn ich das hinkriege, das nebenbei zu machen. Für eine Tour nehme ich mir dann eben Urlaub bei mir selber, aber ich würde mir niemals diesen Druck machen. Denn das habe ich die ganze Zeit nicht gemacht. Und ich würde mich nie in eine solche Situation begeben, nachdem ich jetzt in einem zweiten Leben als Nicht-Rockband-Mitglied nach den Rainbirds und Depp Jones sehr zufrieden bin. Ich lasse mich da einfach treiben. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass du (zu Johnny) Spreeblick zumachst …
Johnny?Ach, das geht mir doch ganz genauso. Sven und Perzi spielen jeweils auch noch in anderen Bands. Ich glaube, wir sind einfach nicht mehr so irre wie früher, um alles auf eine Sache zu setzen. Ich mache Musik, ich schreibe, ich mache einmal im Jahr eine Konferenz mit anderen Leuten zusammen …

tip Immerhin die re:publica, Deutschlands wichtigste Konferenz zu sozialen Medien …  
Johnny?Ja, aber damit verhält es sich ähnlich. Das war ja auch nicht immer ein Meeting mit 4?500 Leuten – das fing an mit einigen, die am Lagerfeuer zusammen saßen und eine gemeinsame Idee hatten. So wie es uns jetzt allen vieren geht: Man will Dinge machen, die man für gut hält und hofft dann, dass es noch mehr Leute gibt, die das als gut empfinden. Ich will Dinge nicht einfach nur tun, weil eine Zielgruppe dafür da ist, oder weil der Markt es verlangt. Man hat sich auf jeden Fall abgeschminkt, dass man noch mal Rockstar wird und davon jahrzehntelang existieren kann.

tip Macht man mit diesem Bewusstsein auf eine andere Art Musik?  
Johnny?Es ist auf jeden Fall entspannter. Du musst weder dir noch anderen etwas beweisen.
Beckmann?Man hat ein bisschen Abstand zu dem, was man tut. Und auch diese Eitelkeit untereinander ist weg. Man kann sich als Erwachsener ganz anders kritisieren. Das geht jetzt auch ohne Verletzungen ab.

Interview: Hagen Liebing

Fotos: Tanja Häusler

Plan B, Lido, Do 7.6., 21 Uhr, VVK: 18 Euro

zurück | 1 | 2

Mehr über Cookies erfahren