Konzerte & Party

Plan B im Postbahnhof

Plan B

Raus aus der Kapuze, rein in den Anzug – Ben „Plan B“ Drew hat eine Blitzlektion in Sachen Style hinter sich und das nicht nur in Bezug auf sein Äußeres. „Who Needs Actions When You Got Words“ hieß 2006 das wütende Debütalbum des Rappers aus East London. Englands Antwort auf Eminem, hieß es. Als böser Bube sampelte er sich sprachlich und musikalisch quer durch die Genres, erreichte die Charts zwar nur am hinteren Ende, aber landete dafür nicht nur als Musiker, sondern auch als Schauspieler beim Film („Adulthood“, „Harry Brown“).
Für sein zweites, überraschend erfolgreiches Konzeptalbum „The Defamation Of Strickland Banks“ wechselte er das Genre und ließ seiner Liebe zum klassischen 70er-Jahre Motown Soul freien Lauf. Er erzählt die Fantasiegeschichte eines Soulsängers, der im Gefängnis landet und erst dort zum Gangster mutiert. In den höchsten Marvin Gaye-Tönen weiß Ben Drew aufs Trefflichste zu singen, setzt in seinem Neo-Soul selbstbewusste, dynamische Akzente und üppige Streicher ein, verfällt selber immer wieder in muskulösen Sprechgesang – was ihn von anderen Retrosoulkünstlern unterscheidet. So  kann er durchaus als männliche Antwort auf die Erfolgsgeschichten von Amy Winehouse, Duffy oder Adele durchgehen.

Text: Christine Heise

Plan B, Postbahnhof, Sa 20.11., 20 Uhr, VVK: 20 Euro

Mehr über Cookies erfahren