Konzerte & Party

Platten auf dem Prüfstand

The Streets, Computer And BluesDas letzte Album
Mike Skinner bleibt bei dem Entschluss, den er schon bei der Vorstellung des Vorgängers verkündet hatte: Nach diesem Album ist Schluss mit The Streets. Diese Entscheidung ist nachvollziehbar, denn nach den sehr guten ersten beiden Longplayern ist ihm nicht mehr viel aufregend Neues eingefallen. Hier verabschiedet sich der einstige Trendsetter aber mit Würde. „Puzzled By People“ hat alles, was man von einem guten Streets-Track erwartet: Eine raffinierte Melodie mit viel Soul und Worte, die zum Nachdenken anregen („Loving isn’t easy, you can’t google the solution to people’s feelings“). Insgesamt macht der Sprechsänger einen aufgeweckten Eindruck, einige Tracks laden zum Tanzen ein. Von Depression keine Spur mehr. Wenn die Last abfällt, lebt es sich halt leichter.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Annehmbar

The Streets, Computers And Blues (679/Warner Music)

 

Rainald GrebeSo schön öde Orte
In ihren besten Momenten kippen Rainald Grebes Lieder von präzise komponierten Ulk-Klischees in subtile Melancholie. Nicht immer, aber oft genug. Wie sein elegisches, auf sparsamen Piano-Akkorden beginnendes Lied des fetten 180-Kilo-„Rolf“: „Deutschland bewegt sich ohne Rolf.“ Mit zum Orchester der Versöhnung gewachsener Band sind die neuen Arrangements noch einen Tick ausgefeilter und variabler (hier ein Bluesgitarrenriff, da Reggae, dort Polka, leider auch mal Schweinrock). Und weiter geht auch Grebes Vermessung der schön öden Orte: „Sachsen-Anhalt“, „Prenzlauer Berg“: „Schau mal da oben: Biofeuerwerk.“

Text: Erik Heier

tip-Bewertung: Hörenswert

Rainald Grebe & Das Orchester der Versöhnung, Rainald Grebe & Das Orchester der Versöhnung (Versöhnungsrecords)

 

I Blame CocoPapas Schatten
Wie viel Neid kann einem eigentlich entgegen schlagen? Was Eliot Paulina Sumner wegen ihren Debüts an Häme ertragen muss, ist teilweise geradezu peinlich. Die 20-jährige Tochter von Sting hat mit einer Heerschar von Produzenten ein solides Pop-Album aufgenommen: Scheinbar hat sie den Madchester-Rave ebenso studiert wie Kraftwerk und die New-Wave, singt mit Robyn im Duett und covert Neil Young. Und natürlich ging das dank ihres Vaters alles viel einfacher. Doch deswegen muss man es ihr noch lange nicht aus purer Missgunst so schwer machen.

Text: Jan Schimmang

tip-Bewertung: Annehmbar

I Blame Coco, The Constant (Universal)

Mehr über Cookies erfahren