Konzerte & Party

Platten auf dem Prüfstand

Kate Bush: Director's CutPlay it again, Kate
Zeit heilt manchmal doch keine Wunden. Mit zwei ihrer alten Alben war Kate Bush rückblickend besonders unzufrieden: „The Sensual World“ (1989) und „The Red Shoes“ (1993). Die Produktion, die Arrangements und anscheinend auch ihren eigenen Gesang hält sie heute in Teilen für unzulänglich. Damit Miss Bush nun ruhiger schlafen kann, hat sie einige dieser Songs neu bearbeitet, neu eingesungen und um Klangtexturen ergänzt. „Flower Of The Mountain“ (ursprünglich: „The Sensual World“) erhielt den James-Joyce-Text, den sie damals nicht verwenden durfte und nun mit nachgedunkelter Stimme vorträgt, und „Rubberband Girl“ wird vom Popsong zum Stones-Riff-Schrammeln mit  Gemurmel. Der Stoff, aus dem eigentlich Bonus-CDs gemacht sind.

Text: Hagen Liebing

tip-Bewertung: Zwiespältig

Kate Bush, Director’s Cut (EMI)

 

Thurston Moore: Demolished ThoughtsNoise-Legende dreht leiser
Angekündigt hat sich dieses Album bereits mit „Trees Outside The Academy“, dem letzten Solo-Set von Moore. Damals schon probierte er akustisch gespielte Folk-Meditationen aus, die in ihrer unverkennbar stoischen Art an Sonic Youth erinnerten, nur eben mit weniger Dezibel. Jetzt wird er von einer Geigerin und einer Harfenistin begleitet. Produziert hat kein Geringerer als Beck, der seit „Mutations“ ja Erfahrungen mit reduzierten Arrangements hat. Er hat mit vielen Halleffekten gearbeitet, durch die eigentlich zartgliedrige Klänge kräftiger wirken. Moores verschlafene Stimme passt dazu. Sie bietet sonst ja nicht gerade Gewähr für durchgehend hohe Spannung, aber gelegentliche Temperamentsausbrüche seiner Mini-Band wirken der drohenden Monotonie hier effektiv entgegen.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert

Thurston Moore, Demolished Thoughts (Matador/Indigo)

 

Kitty, Daisy & Lewis: Smoking in HeavenAus erster Hand
Mit seinem zweiten Album macht das Roots liebende Teenietrio nach einem fast reinen Coverdebüt einen Kopfsprung ins eigene Songwriting – und scheitert. Das Feilen an Strukturen, Pointieren von Ideen und echten persönlichen Anliegen ist ihre Sache noch nicht. Spielfreudig und mit teils hypnotischer Kraft breiten sie ihre simple, aber inspirierte Kunst aus, Blues, Rockabilly, Swingjazz und wunderbar rumpeligen Rock’n Roll zu spielen, neuerdings auch mit jamaikanischer Musik in Form von Ska, dazu ein wenig Hula. Auch Lewis darf zwei Stücke singen. Aufgenommen im eigenen Studio voller Vintage Equipment klingt das Album nur wenig mehr als nach Übungskeller. Dennoch ist es ein wichtiger Schritt, um einer steilen, ein wenig übermütigen Karriere einen kleinen Dämpfer zu verpassen. Ab jetzt wird es richtig spannend.

Text: Christine Heise

tip-Bewertung: Annehmbar

Kitty, Daisy & Lewis, Smoking In Heaven (Sunday Best/PIAS)

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