Konzerte & Party

Platten auf dem Prüfstand

Iggy & The Stooges: Ready To DieLetzte Randale?
Nun denkt auch er schon ans Ende! Ausgerechnet Iggy Pop, das wilde Leben in Person. Aber der Gedanke daran hat ihn auch motiviert, sich noch einmal richtig zusammenzureißen. Weder das Stooges-Comeback „The Weirdness“ noch seine letzten Solo-Einlagen waren ja so richtig überzeugend. Hier aber kann man mit ihm und der Band nur voll zufrieden sein. Iggy rotzt sein Unbehagen über miese Jobs, Waffenwahnsinn und schmutzige Geschäfte he­raus, dass es eine Freude ist. Wie schon beim Konzert auf dem Greenville-Festival im letzten Jahr überzeugt auch James Williamson an der Gitarre. Er führt sich wie ein primitiver Quälgeist auf und geht mit urmenschlicher Gewalt voll auf die Eingeweide. Aber er ist auch in der Lage, ein, zwei Akkorde mehr als Ron Asheton und sogar mal ein Solo abzurufen.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert (5/6)

Iggy & The Stooges, Ready To Die (PIAS/Rough Trade)

 

Jimi Hendrix: People, Hell And AngelsArbeitsskizzen
Einige der zwölf Tracks kennt man bereits von posthumen Veröffentlichungen („Izabella“, „Crash Landing“), fast alle waren bereits auf Bootlegs. Und dennoch erfüllt diese Aufbereitung alter Hendrix-Outtakes ihren Zweck. Die Studioaufnahmen von 1969 – zwischen seiner aufgelösten Experience und vor der Band of Gypsys – wurden hier, so heißt es, erstmals ohne zusätzliche Overdubs veröffentlicht. Sie spinnen also nicht die Karriere des Toten künstlich und marktorientiert weiter,  sondern erfüllen – ähnlich dem Skizzenbuch in der Malerei – eine Erklärungsfunktion. Dabei geht es oft in die Funk- und Jazz-Richtung, es wird viel improvisiert und sogar ein Gospel­chor bemüht. Was Hendrix selbst von dem hier eingeschlagenen Weg hielt? Zumindest hat er keinen Grund gesehen, etwas davon zu veröffentlichen. Auch das erklärt einiges.

Text: Hagen Liebing

tip-Bewertung: Annehmbar (4/6)

Jimi Hendrix, People, Hell And Angels (Sony)

 

HIM: Tears on TapeNeue Sprachlosigkeit
Nach wie vor liefern HIM ordentliche Bretter zwischen schwerem Rock und Metal mit schiebenden Gitarren und einer gut mitziehenden Rhythmus-Sektion ab. Wäre da nicht der Emo-Pop-Singsang, mit dem Sänger Ville Valo die Stücke regelmäßig kastriert. Da erfreut es, dass die Band nun zaghaft neue Wege beschreitet: Drei der 13 Songs sind reine Instrumentalstücke und geben eine Idee von den eigentlichen Qualitäten der Finnen. Ansonsten ist alles beim Alten. Schade eigentlich.

Text: Nadine Kleber

tip-Bewertung: Uninteressant (2/6)

HIM, Tears on Tape (We Love Music/Universal)

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