Konzerte & Party

Platten auf dem Prüfstand

The Kooks - Junk of the HeartWie befreit
Wo ist er geblieben, der simple, gar nicht mal banale britische Popsong, auf den sich alle einigen können? The Kooks können einen vorweisen. Am Titelsong mit der euphorisierenden Leadzeile „I wanna make you happy, I wanna make you feel alive“ wird so leicht keiner vorbeikommen. Ganz so direkt wird die Bande aus Brighton danach dann nicht mehr, aber es fällt auf, dass sie unter der Regie von Produzent Tony Hoffer durchweg gelöster und mutiger geworden sind. Der Reggae-Beat und das elektronische Wummern in „Run­away“ wären bei dieser Band früher nicht vorstellbar gewesen. Mit „Is It Me“ geht man auf Tuchfühlung zu Maximo Park. Und den Seitenhieb auf Bowies „Let‘s Dance“ zum Schluss können sich diese Kerle locker leisten, immerhin haben sie sich ja nach einem Stück des Thin White Duke benannt.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert

The Kooks, Junk Of The Heart (Virgin/EMI)

 

Opeth - HeritageWetterwechsel
Extreme Metalriffs finden sich kaum auf dem zehnten Werk von Opeth; und Bandkopf Mikael Еkerfeldt, bekannt für orkische Growls, mutiert nicht ein einziges Mal zum spuckenden Höllenschlund. Bei aller Wandlung verläuft der einstündige Albumbrocken aber letztlich auf vertraut kunstvollen Pfaden, so wie man das von früheren Platten der Schweden kennt. In den Vordergrund rückt das Gitarrendoppel, das sich mitunter klassische Prog-Duelle liefert („Nepenthe“); schwere Keyboards räumen dagegen das Feld für einen transparenteren Klangraum; Einzelheiten wie Akustik-Pickings, Querflöten-Extasen und Tablas-Grooves wirken hell und klar ausgeleuchtet. Mehr als sonst verlangen Opeths Dunkelsphären strenge Versenkung – sonst funktioniert der Zauber nicht.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Hörenswert

Opeth, Heritage (Roadrunner Records)

 

Kasabian - VelociraptorKraftmeierei mit Niveau
Der geschmacklose Bandname, das großkotzige Gehabe, der zum Stadiongedöns neigende Sound – man muss diese Band wirklich nicht sympathisch finden. Aber es hilft alles nichts: Dieses Album hat seine Qualitäten. Jedenfalls dann, wenn man die ersten, brachial auf eingängig getrimmten Elaborate durchhat. Dann verlassen Kasabian den konventionellen Weg, verkuppeln sie Beatles- und Led-Zep-Anklänge mit orientalischen Streichern, kommen sie ganz spartanisch mit einer Synthesizer-Hookline um die Ecke oder lassen sie den rumpelnden Techno-Rock von Prodigy aufleben. Alles komplett überdreht. Aber eben auch nicht doof.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Annehmbar

Kasabian, Velociraptor! (Columbia/Sony)

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