Konzerte & Party

Platten auf dem Prüfstand

Sean Paul: Tomahawk TechniqueWieder busy
So allgegenwärtig wie im Jahr 2003 ist er vielleicht nicht mehr, aber sein Hit-Doppel „Got 2 Luv U“ und „She Doesn’t Mind“ aus dem Vorjahr zeigte, dass man Sean Paul immer noch zu den prägenden Figuren im Dancehall zählen muss. Für die Produktion sind jetzt zum Beispiel die schon bei Rihanna aufgefallenen Norweger Stargate zuständig. Sie lieben einen von Techno beeinflussten Sound. Weitere Charterfolge sind da absolut zu erwarten, aber Sean Paul lässt auch mal los. In „Wedding Chaser“ macht er einfach nur Faxen, was sehr sympathisch ist.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Annehmbar

Sean Paul, Tomahawk Technique (Atlantic/Warner Music)

 

The Shins: Port Of MorrowLöffel voll Zucker
Wenn herzige Indiebands aus dem Turnschuh-Format herauswachsen, sind Fans oft frustriert. Auch The Shins lassen den verträumt-verletzten Nerdpop von einst hinter sich. Auf dem vierten Album rückt James Mercers Chorknabenstimme selbstgewiss ins Zentrum, mit Melodien, die ohne Umschweife auf klassisches Popsong-Format zulaufen. In „40 Mark Strasse“ etwa verbeugt er sich ohne Augenzwinkern vor Blue-Eyed-Soul а la Hall & Oates, was Mercer gut zu Gesicht steht. In der von Gong und Glockenspiel garnierten Ballade „It’s Only Life“ aber gerät der Griff ins bonbonsüße Fach dann doch zu tief.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Annehmbar

The Shins, Port Of Morrow (Aural Apothecary/Columbia Records)

 

Steve Smyth: ReleaseFeurig
Lieben, so hat ihn das Leben gelehrt, heißt loslassen. Familie, Kirche, Tischlerwerkstatt – alles zugunsten rastloser Suche, Songwriting, Neil Young, Nirvana, Blues. Irgendwann trifft dich das Licht, das alles ändert, singt er in „There Is A Light“. Von Inbrunst und Leidenschaft zeugen seine Songs, stimmlich grenzauslotend wie Jeffrey Lee Pierce, andächtig wie Jeff Buckley, rau in Tom-Waits-Manier. Er switcht zwischen Cave’scher-Blueswucht und Banjo-pickendem Bluegrass. Trotz der noch jungen Jahre des bärtigen Australiers sind seine Geschichten voll Aufbruch und Outlaw-Erfahrungen, Gesetzeskonflikten und Widerstand gegen Verführungen, zudem bevölkert von seinesgleichen. Ein großformatiger Songwriter, der sein Leben in die Waagschale wirft mit diesem liebevoll gestalteten, kaffeefleckenverzierten Debüt.

Text: Christine Heise

tip-Bewertung: Hörenswert

Steve Smyth, Release (Teenagerriotmusic)

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