Konzerte & Party

The Pogues in der Zitadelle Spandau

The PoguesWenn die Sprache auf Shane MacGowan kommt, liegen zwei Fragen nahe: Wie steht es mit neuen Songs? In Interviews vor einigen Jahren schien der Nachfolger seines letzten Albums zum Greifen nah. Das war 1997: „The Crock of Gold“ mit der Pogues-Nachfolgeband The Popes. Zur Veröffentlichung kam es bisher nicht. Die andere Frage betrifft die Zahnleiste des 52-Jährigen, beziehungsweise ihr Fehlen. Hier immerhin gibt es Neuigkeiten: Vergangenes Jahr sei er zum Spezialisten nach Spanien gereist, um sich endlich Ersatz zu schaffen.
Album hin, Zähne her – unter’m Strich scheint der Mann ganz der Alte: Er lebt den Rock’n’Roll in all seinen irren, oftmals tragischen Dimensionen, wie man das sonst nur kennt von anderen zähen Hunden wie Iggy Pop oder Keith Richards. Seit einer Weile besingt er auch wieder im Kreise der reformierten Pogues um Co-Vokalist Spider Stacy den Drink, das Lebensfest als solches und die Rebellion, die der Sohn einer irischen Sängerin und Tänzerin aus der Liebe fürs Heimatland der Eltern schöpft sowie aus dem Fundus irischer Rebellensongs. Die traditionellen Klänge – komplett mit Tin Whistle, Fiddle, Bodhrбn und Hurdy Gurdy – sind aber nicht alles, was die Faszination der in London beheimateten Band in den Achtzigern ausmachte. Dazu lodert zu viel englischer Punk in ihren Takten, zudem verströmt MacGowan eine genreübergreifende Aura des saufenden Poeten. Irische Traditionals aber zählen seit jeher zum Grundstock eines jeden Gigs der Pogues. Zwischen fantastisch und bodenlos ist alles denkbar; unvergesslich aber könnte es werden.

Text: Ulrike Rechel

The Pogues, Zitadelle Spandau, Di 3.8., 18.30 Uhr, VVK: 39,70 Euro

Tickets www.tip-berlin.de/tickets

Mehr über Cookies erfahren