Trip-hop 

Pole-Dance zur Hölle: FKA twigs spielt im Admiralspalast

FKA twigs schreckt für ihre Agenda nicht vor Sexpuppe und Sabbermann zurück

Young Turks

Ganze 4 Minuten und 21 Sekunden dauert es im aktuellen Video der britischen Künstlerin FKA twigs, bis aus einer extravaganten, knapp bekleideten Pole-Dancing-Diva eine sich einsam im Schlamm suhlende Seele wird – gespielt von keiner geringeren als ihr selbst. „Cellophane“ heißt das dazugehörige Stück, es ist der erste neue Song der Electropop-Musikerin seit drei Jahren. Ums Begehren, um die Lust, um die Liebe geht es darin – oder auch um das Scheitern derselben: „All wrapped in cellophane, the feelings that we had“, hört man FKA twigs mit souliger Stimme hauchen. Im Clip entschwebt sie ­zunächst an der Pole-Dance-Stange in eine surreale Sphäre, ehe sie gegen Ende in die Unterwelt hinabsaust.

Als große, wenn nicht größte englische Pop-Hoffnung gilt FKA twigs spätestens seit ihrem Debütalbum „LP1“ (2014). Ihre Songs haben von allem etwas: Vom R&B das Luftige, vom Soul die Tiefe, von der elektronischen Clubmusik die knackig-vertrackten Beats. Dabei tritt „Twigs“, so ihr Spitzname aus Jugendtagen, durchaus mit feministischer Agenda an. Im Video zu „M3LL155X“ (2015) spielten eine Sexpuppe und ein sabbernder Mann die Hauptrollen, es war – noch vor #MeToo – ihr persönlicher Beitrag zum ­Thema Rape Culture. Nachdem sie zuletzt wegen mehrerer (gutartiger) Gebärmuttertumoren pausieren musste, kehrt die 31-Jährige nun auf die Bühne zurück. Und wer weiß, vielleicht ist „Cellophane“ ja auch der erste Vorbote eines neuen Albums, auf das Fans nun schon seit fast fünf Jahren warten.

Admiralspalast Friedrichstr. 101, Mitte, Fr 24.5., 20 Uhr, VVK 44,90 €

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