Konzerte & Party

Poliça im Heimathafen Neukölln

Polica

Man konnte schon verstehen, warum sich so viele Leute auf das Album „Give You The Ghost“ von Poliça gestürzt haben. Wann hat es schon mal so ein Zusammenspiel von elektronischen Elementen und dem Trommeln zweier Schlagzeuger gegeben? Darüber schwebte die Stimme von Channy Leaneagh mit graziöser Leichtigkeit. Selbst der Auto-Tune-Effekt störte nicht. Es war ein guter Start. Dass es noch besser geht, beweist der Nachfolger „Shulamith“. „Das erste Album war ein Demo. Ein Versuch. Die Beats waren älter und ursprünglich mal für andere Projekte gedacht. Erst jetzt haben wir die Stücke alle zusammen komplett so entwickelt, wie sie auch live klingen sollen“, berichtet die Sängerin. Sie ist auch für die Wahl des Albumtitels verantwortlich. „Mein Bruder hat mir vor Kurzem das Buch ‚Die Dialektik von Sex‘ von Shulamith Firestone gegeben. Ich bin keine Feministin, wie sie es war, aber ich konnte mich gut in ihre Zeilen einfühlen. Sie passten perfekt zu den Beschreibungen der Schönheit und Brutalität in der Liebe, die in meinen Texten vorkommen.“ Poliça sind auch ein guter Anlass, sich mal wieder zu vergegenwärtigen, welche Musiker in den vergangenen Jahrzehnten von Minneapolis aus die Welt erobert haben. Leaneagh weiß, um wen es geht. „Noch heute bewundert man die Produzenten Jimmy Jam und Terry Lewis. Prince habe ich live gesehen, als ich acht Jahre alt war. Es war mein erstes Konzert. Im Rock gab es Hüsker Dü und The Replacements.“ Die neuen Bands der Stadt hingegen stehen noch nicht so im Fokus. Eine davon heißt ?Marijuana Deathsquads und wird das Konzert von Poliça eröffnen.

Text: Thomas Weiland

Foto: Cameron Wittig

Poliça + Marijuana Deathsquads, ?Heimathafen Neukölln, Mo 27.1., 21 Uhr?, ausverkauft.

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