Konzerte & Party

Pop-Buch: Tracey Thorns „Bedsit Disco Queen“

bedsit_disco_queenDie Störenfriede warfen mit frisch beim Schlachter erstandenen Schweineohren. Fünf Jahre später wurden Thorn und Ben Watt, Partner im ­Leben und bei Everything But The Girl, in Florenz von im Jazz-Pop nicht ganz firmen Fans verfolgt, die glaubten, sie hätten Matt Bianco entdeckt. Die heute als Solistin aktive Sängerin hat viel erlebt. Dass sie davon nun in einer Autobiografie erzählt, könnte mit ­einer Begebenheit bei den Aufnahmen einer britischen Fernsehsendung vor drei Jahren zu tun haben. Thorn war dort zusammen mit dem hippen LCD Soundsystem zu Gast und dachte sich erst nichts. Dann trat ein nicht näher genanntes Mitglied der Band auf sie zu und sagte, dass er schon ewig ­Riesenfan ihrer ersten wichtigen Band Ma­rine Girls sei. Kurt Cobain dachte ähnlich. In seinen 2002 veröffentlichten „Journals“ wird „Beach Party“, das Debüt der Mädchenband, als eines der 50 Lieblingsalben von Nirvana genannt. Wenn man das liest, spürt man zwischen den Zeilen immer wieder Thorns ungläubiges Staunen über das, was ihr widerfahren ist. Sie hat in Tagebüchern geblättert, alte Freunde befragt und alles brillant formuliert aufgeschrieben. Dieses Pop-Buch macht Freude.

Text: Thomas Weiland

Tracey Thorn „Bedsit Disco Queen“ Virago-Verlag (engl.), 360­ ­Seiten, 16 Ђ

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