Konzerte & Party

Pothead im Huxleys

POTHEADAls vor einer Weile Leute mit prüfendem Blick den Hof der alten Fabrik inspizierten, in der Pot­head residierten, schwante der Band gleich nichts Gutes. Bis die Hardrocker ihre Kündigung erhielten, dauerte es dann auch nicht lang. Mittlerweile ist ein Loft-Hotel in die alte Bandzentrale eingezogen. Dort, wo Pothead den Raum mit dunkel groovenden Rocksongs füllte, wurden dünne Wände eingezogen und „Ikea-Möbel reingestellt“, wie Sänger Brad berichtet. Zwar kann der Wahlberliner aus Seattle, der einst in einer Werbeagentur arbeitete, wenig anfangen mit der schönen neuen Welt, die in Kreuzberg Einzug hält. An seiner Sympathie für Berlin ändert das aber wenig. „Uns gefällt’s sehr gut hier“, sagt der Songschreiber mit zufriedenem Lächeln. Immerhin kann er hier, zusammen mit Bassist Jeff Dope, Drummer Se­bas­tian Meyer und Managerin Siggi Bender, seine Leidenschaft zum Beruf machen, nichts anderes tun, als den kleinen Betrieb Pothead am Laufen zu halten.

„Zu Hause glaubt uns das keiner“, erzählt er. Mittlerweile haben Pothead eine neue Bleibe im Stammkiez, in einer ehemaligen Zahnarztpraxis. Das nächste Album ist dort am Entstehen. Zu erwarten ist eine Verfeinerung der klassischen Pot­head-Rezeptur: basslastige, minimalistische Rocksongs mit Brads konsum- und medienkritischen Texten; bei aller Heavyness legt der Frontmann gehörigen Swing in Stimmbänder und Gitarrenriffs. Auch diesmal werden die kommerziellen Kanäle vermutlich kaum Notiz von Pothead nehmen, die Band nimmt’s mittlerweile gelassen. „Das fing mit unserer ers­ten Platte an“, erinnert sich Brad. „Dafür interessierte sich auch kein Label. Also haben wir’s eben selbst gemacht.“

POTHEADAuf Ziele angesprochen, hält die Band erwartungsgemäß den Ball flach. „Manchmal sehen unsere Pläne ganz einfach so aus, dass wir überlegen, welche coolen Geräte wir noch brauchen oder ob wir nicht ein T-Shirt auf den Konzerten verkaufen wollen“, sagt Brad, „das sind die täglichen Dinge.“ Bis die im Lauf eines Jahres alle erledigt sind, steht schon das nächste Konzert vor der Tür, im Huxleys – das traditionell einzige Heimspiel des Jahres.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Johnny Trash

Pothead Huxleys, Sa 10.1., 20 Uhr, AK: 20 Ђ, Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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