Post-Genre

Pranke & ZA! im Schokoladen

Kreuzdenker: Die Duos Pranke & ZA! sind der Albtraum der Musikjournaille

Michael Jungbluth

Das Internet ist „schuld“: Wenn sämtliche Sounds der Welt nur wenige Klicks entfernt sind und sich heutige Musikergenerationen im Lagos der 60er ebenso problemlos Inspiration holen können wie im New York City der 80er, werden von Musikmagazinen gepflegte Genre­begriffe obsolet. Und warum auch nicht? Wie die Zukunft klingt, machen Duos wie die deutsch-isländischen Pranke und ZA! aus Barcelona vor.

Gut besucht sein dürfte der kombinierte Freak-out der vier Kreuz- und Querdenker allein schon dank Pranke (s. Foto), die im November auf dem Berliner Qualitätslabel Staatsakt ihr Debüt „Monkey Business“ veröffentlichten.

Darauf leben Sänger/Gitarrist Daniel Bödvarsson und Schlagzeuger/Tastenmann Max Andrzejewski ihre Jazz-Sozialisation und Faszination für Math-Rock ebenso aus, wie ihr Herz für Pop. So taumeln die Songs durch stolperige Rhythmen, lärmige Breaks und atonale Läufe, um im nächsten Moment mit der weichen Stimme Bödvarssons durch verträumte Melodien zu treiben oder in unverhoffte Hooks zu münden.

Pau Rodríguez und Eduard Pou von ZA! haben mit ihrer Musik bereits Orte wie Japan, Brasilien oder Mosambik bereist und fusionieren zackige, schroffe Gitarren, Polyrhythmen, Electronica, geloopte Vocals und mehr zu einem schwindelerregenden Wahnwitz. Auf seinem 2018er-Album „Pachinko Plex“ kleidet das Duo selbigen erstmals in ein überwiegend synthetisches Gewand. Die Devise: Alles, nur kein Stillstand!

Schokoladen Ackerstr. 169, Mitte, Do 31.1., 20 Uhr, kein VVK

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