Kommentar

„Pressfehler“ von Stefan Hochgesand

Da war die Limonade frisch gepresst und hat sich prompt als Fehlpressung herausgestellt. Fans von Beyoncé staunten nicht schlecht

Stefan Hochgesand

Anderthalb Jahre lang hatten sie warten müssen, bis von „Lemonade“, dem phänomenalen Album vom April 2016, vielleicht dem besten des Jahres, endlich die Vinylversion erschien. Und dann war da Punk drauf. WTF?! Hat Beyoncé ein Punk-Konzeptalbum perfiderweise unter dem Erfolgstitel „Lemonade“ veröffentlicht? Die Antwort ist banaler. Schuld dran? Die Deutschen. Zumindest ein Presswerk aus dem Erzgebirge. Dort landeten durch Zahlendreher in der Produktion Songs der kanadischen Punkband Zex auf Beyoncés zitronengrellgelber A-Seite. Zex wird’s freuen, schließlich kannte sie vorher niemand. Jetzt kennt Beyoncé ihren Namen. Ob sie zitronensauer war?
Kürzlich gab’s schon mal einen ähnlich erstaunlichen Pressfehler: Die beiden sehr guten Alben der Rocker von Queens of the Stone Age und der Melancholie-Popperin Gordi hatten wir beide in tip 18 sehr gelobt – ohne uns auch nur im Traum auszumalen, dass die beiden auf ein- und derselben Vinylplatte erscheinen werden – ebenfalls aufgrund einer Fehlpressung.
Noch härter wäre es natürlich, wenn Beatles und Stones versehentlich auf einer Platte landen würden. Oder zumindest Oasis und Blur. So was in der Art passiert am 14. Oktober im Bi Nuu, wenn Bands wie Isolation Berlin erst ein Oasis-, dann ein Blur-Cover spielen. And after all / you’re my wonderblur.

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