Konzerte & Party

Primus im Huxleys

Primus

Les Claypool hatte mal das, was man Gelegenheit des Lebens nennt. Er durfte 1986 auf Empfehlung seines Schulfreundes Kirk Hammett bei Metallica vorspielen, als möglicher Nachfolger von Cliff Burton. Aber er bekam den Job nicht. Angeblich war er überqualifiziert. Spricht man den heutigen Vormann von Primus darauf an, wirkt er nicht sonderlich geknickt. „Ich will, dass die Leute denken: Was zur Hölle hat sich diese Band bloß dabei gedacht, so eine Musik zu machen? Nur das treibt mich an.“ Claypools  Vorbilder sind Rush, Parliament, Pink Floyd und Frank Zappa. Sein Markenzeichen ist die Slap-Bass-Technik von schwarzen Funk-Musikern. Dass er zudem einen besonderen Sinn für Humor hat, beweisen die Songtitel „Professor Nutbutter’s House of Treats“, „Wynona’s Big Brown Beaver“ oder „Here Come The Bastards“. Deren Veröffentlichung liegt indes schon eine Weile zurück. Elf Jahre lang haben Primus kein Album aufgenommen, weil sich die Musiker nach den ständigen Tourneen ausgebrannt fühlten und genug voneinander hatten. Mit neuem Album „Green Naugahyde“ machen sie nun doch weiter. Aber nicht da, wo sie einst mit „Antipop“ aufgehört hatten. Damals halfen ihnen James Hetfield, Tom Morello, Stewart Copeland oder Tom Waits bei der Komposition des Funk-Metal-Prog-Punk-Cocktails. Heute hört sich alles bescheidener und kompromissloser an. Aber der hibbelige Kauz kann es immer noch.

Text: Thomas Weiland

Primus + Hot Head Show, Huxleys, Di 5.7., 21 Uhr, VVK: 24 Euro

Mehr über Cookies erfahren