Konzerte & Party

Prince: Art Official Age / Plectrumelectrum

Prince: Art Official AgeMan hat mit Prince Rogers Nelson fast zwei Jahrzehnte lang einiges durchgemacht und aus Verbundenheit viel zu schlechte Platten von ihm akzeptiert. Jetzt arbeitet er wieder mit der Firma, von der er sich 1996 mit viel Drama getrennt hatte. Schon läuft es besser. Mit „Art Official Age“ nimmt er Tuchfühlung zu seiner großen Ära auf. Den Midtempo-Track „This Could Be Us“ könnte man mit „If I Was Your Girlfriend“ koppeln. In „Breakdown“ hört man, wie seine Stimme Falsetthöhe erreicht, das zeugt von Leidenschaft. Der Funk klassischen Zuschnitts in „The Gold Standard“ sorgt für Bewegung. „Time“ ist vom Beat her an Mtumes Oldie „Juicy Fruit“ angelehnt. „Funknroll“ ist dagegen so banal, wie man es dem Titel nach befürchten muss – bis hin zum überkandidelten Electro-Anfall gen Ende hin. Das entscheidende Problem: Es fehlt der überragende Song, der untermauert, was für ein Pop-Genie dieser Mann sein kann.
Prince & 3rdEyeGirl: PlectrumelectrumNun war dieser Thronfolger ja bekanntlich auch immer sehr am guten Verhältnis zum weiblichen Geschlecht interessiert. Gerne erinnert man sich an Sheila E. am Schlagzeug, an Wendy & Lisa, Sheena Easton, an Vanity 6 und die Sex-Geschosse Apollonia 6. Die drei neuen Flammen von 3rdeyegirl können nicht nur singen und tanzen, sondern auch spielen. Sie verstehen etwas von Rock, aber in „Pretzelbodylogic“ und „Aintturninround“ hört sich der leider bloß beliebig und pompös an. Wie bei einer Lenny-Kravitz-Kopie auf dem Jahrmarkt, die man nur betrunken erträgt. Es lohnt sich aber, geduldig zu bleiben.
Nach hinten hin häufen sich verführerische Momente, etwa im Slow-Funk von „Stopthistrain“ und „Tictactoe“. Die Mädchen sind besser, wenn sie nicht übertreiben und sich von ihrem Meister in sein Stamm-Metier geleiten lassen.

Text: Thomas Weiland

Prince, Art Official Age (NPG Records / Warner)

Prince & 3rdEyeGirl, Plectrumelectrum (NPG Records / Warner)

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