Konzerte & Party

Prince war in der Waldbühne

Prince in der Walbühne (05.07.)

Da blitzte des Meisters Genialität wieder auf. Beim Konzert in der Waldbühne verwaltete Prince sein Erbe majestätisch. Vergessen wir großzügig seine hingeschluderten Instrumentalalben und die jazzaffinen Ausflüge der letzten Jahre. Beim einzigen Deutschlandkonzert zeigte sich Prince nicht nur äußerst spielfreudig und ausgelassen, er wirkte auch endlich wieder wie der leicht größenwahnsinnige Pop-Innovator der 80er Jahre. Mit altersmilder Gelassenheit spielte er die Hits seiner Karriere, startete furios mit dem von der  äußerst erfolgreichen „Purple Rain“-Tour bekannten Medley aus „Let’s go crazy“, „Delirious“, „1999“ und „Little Red Corvette“ und groovte mit den Publikum minutenlang durch die nackten Funkriffs von „Controversy“, „Kiss“ und „Sexy Dancer“.  Die bundesweit angereiste Fangemeinde stand Kopf. Der Konzertveranstalter öffnete dann doch die Barrieren zu den nicht voll besetzten unteren Rängen und die Waldbühne tanzte ausgelassen.
Und als die Latin-Percussion-Queen und Ex-Freundin Sheila E. mit Prince „A Love Bizarre“ und „The Glamourous Life“ zum Besten gab, bekamen wir Herren, die immer etwas neidisch auf des Prinzen Harem waren, feuchte Augen. Nach „Purple Rain“ war Schluss mit den Hits. Mit „Guitar“ und „7“ riss er die letzen zwei Jahrzehnte seiner Laufbahn an, das Publikum wirkte jedoch leicht erschöpft und nahm die Gelegenheit dankbar an, sich zu erholen. Doch da blitzte der Schalk von Prince auf. Gnadenlos forderte er auf, seinen Namen zu rufen und verwandelte mit einem mitreißenden „Dance 4 Me“ die Waldbühne in ein Disco-Inferno.

Text: Dirk Teuber

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