Konzerte & Party

The Prodigy spielen in der Arena

The ProdigyEs gab Zeiten, da versorgten uns Prodigy mit dem heißesten Stoff, den man kriegen konnte. Sie verquickten Breakbeats, Technodonner, Rock-Radau und Punk-Geplärre, explosive Stimmung war garantiert. An ihren Songs „Charly“, „No Good (Start The Dance)“, „Voodoo People“ und natürlich „Firestarter“ führte unter Bedingungen der Spaßgesellschaft kein Weg vorbei. Aber dann funkte der Störenfried namens Ruhm dazwischen. Die Band begann zu zerbröseln, Chefdenker Liam Howlett kümmerte sich mehr um die Beziehung mit einer All-Saints-Sängerin als um musikalische Geis­tesblitze. Die Veröffentlichung des Albums „Always Outnumbered, Never Outgunned“ wurde immer wieder verschoben. Als es dann 2004 erschien, wirkte es wie eine hilflose Reaktion auf den Electro­clash-Trubel der damaligen Zeit. Prodigy hatten den Anschluss ver­loren.

Doch Howlett gibt nicht auf. Der Misserfolg hat ihn dazu bewogen, Adrenalin zu tanken und panisch die Rückspieltaste zu drücken. Er dreht durch wie ein Rennfahrer in „The Fast & The Furious“ und steuert den Sound geradewegs in Richtung Rave-Rampe, ohne auch nur ein Mal auf die Bremse zu treten. Der Album-Amoklauf heißt „Invaders Must Die“ und enthält Songs mit alles sagenden Namen wie „Thunder“, „World’s On Fire“, „Piranha“ und „Warriors Dance“. Kompromisslos und grobschlächtig werden uns Bolztechno, Kampfgeschwaderbässe, martialisches Getrommel und Spielkonsolenterror um die Ohren geschleudert. Das soll wohl schocken, aber selbst dem alten Fan kommt es bloß wie ein bemühter Anachronismus vor. Da hilft wohl nur der Griff zum Feuerlöscher.

Text: Thomas Weiland

The Prodigy, Mi 25.11., 20 Uhr in der Arena

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