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Propagandh

Propagandhi

„Hallo Mit-Sterbliche“ oder auch „Hallo verwirrte und verängstigte Mit-Einwohner von Raumschiff Erde“: Propagandhi haben so einige Grußformeln auf Lager, um mit ihrer Umwelt in Beziehung zu treten. Der Wortwitz sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie es ernst meinen:

Seit Langem gilt das Quartett aus Manitoba, Kanada, als ein Kräftezentrum des politisch engagierten Hardcore-Punks. In den späten Achtzigern gegründet, waren sie zunächst als eher spaßiges Skatepunk-Trio unterwegs und kamen bald unter die Fittiche von Fat Mike von NOFX. Stück für Stück feilten Propagandhi in den Folgejahren an der Integration sperrigerer Klänge und Inhalte sowie von konkretem Aktivismus. Ihr Logo, das klassische Anarchie-A, umkränzten sie mit Schriftzügen wie „Pro-Feministisch“, „Tierfreundlich“, und „Antifaschistisch“. Und wo andere Künstler die Digitaltechnologie dazu nutzten, sich mit allerlei Bonusklimbim in Szene zu setzen, packte die Gruppe PDFs auf ihre CDs, etwa zu Veganismus oder Parecon, einem alternativen Wirtschaftssystem.

Konkrete Umsetzung erfährt dies bis heute im bandeigenen Label G7 Welcoming Comittee, das nicht nur den Propagandhi-Ableger The Weakerthans, sondern auch … But Alive, The International (Noise) Conspiracy oder Noam Chomsky verlegte. Bei aller Plattenfirmenarbeit blieben die Kanadier selbst musikalisch aktiv. Ihr aktuelles Album „Failed States“ vereint melodiösen Highspeed-Pogo mit charismatischen Gitarren-Kaskaden. Um mit Propagandhi zu sprechen: „Hallo Mit-Leibeigene, seid gegrüßt, psychologisch-verschreckte Mit-Mitglieder der westlichen Gesellschaft!“

Text: Roy Fabian

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