Konzerte & Party

Purity Ring im Postbahnhof

Purity Ring

Als Megan James und Corin Roddick 2012 ihr Debütalbum „Shrines“ veröffentlichten, gaben die beiden dem Kind gleich selbst einen Namen: „Future-Pop“ sollte es sein, was über die Entfernung Montreal–Halifax via Datenaustausch entstanden war: Electro-Pop mit verstolperten Synthie-Texturen, einem süßen Sopran und morbider Songlyrik. Futuristisch war an Hits wie „Fineshrine“ und „Belispeak“ zwar eher wenig – TripHop oder New Wave setzten schließlich schon früher auf die Reibungswärme geheimnisvoller Vokalparts und beunruhigender Beats. Doch der kalt-warme Mix der Kanadier wirkte so abgerundet, dass sich James und Roddick flott als Stil-Ikonen einprägten. Den Nachfolger haben die beiden, die sich seit Schulzeiten aus Edmonton kennen, mit entsprechendem Erfolgsdruck eingespielt. Dafür hatten beide ihre Wohnorte extra wieder in die alte Heimat verlegt. Die Songs auf „Another Eternity“ klingen popfreudiger und eingängiger als zuvor; man spürt, dass die Band zuletzt viel vor jubelndem Publikum auftrat. Viele Ohrwürmer zielen somit in Richtung Tanzfläche, und James’ Stimme, die zuvor halbwach zwischen zerklüfteten Beats auf- und abtauchte, thront jetzt im Rampenlicht. Über den Geheimtippstatus sind Purity Ring damit klar hinausgewachsen.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Renata Rashka

Purity Ring, Postbahnhof, Straße der Pariser Kommune 8, Friedrichshain, Mo 13.4., 21 Uhr, VVK: 18 Euro zzgl. Gebühr

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