Konzerte & Party

PVT im Magnet

PVTWenn Richard Pike über Pivot spricht, klingt der Australier leicht genervt. Eine Heavy-Band aus North Carolina heißt so; dabei hat Pikes eigene Band bis vor kurzem ebenfalls auf den griffigen Namen gehört. Um einen rechtlichen Zwist zu vermeiden, ist aus seinem Pivot nun kurzerhand PVT geworden. Etwas abstrakt liest sich der verkürzte Schriftzug zwar, doch das Prinzip der Dekonstruktion passt sogar recht gut zu den Postrockern um die Brüder Richard und Laurence Pike. Ihre Songs klingen oft so, als sei eine melodiöse Popnummer auf kuriose Weise unter die Räder geraten. Mal läuft ein Schlagzeug-Rhythmus nicht ganz rund, sondern explodiert nach allen Seiten, mal leiert eine Keyboard-Melodie drollig wie eine angeschmorte Schallplatte. Auf ihrem dritten Album „Church With No Magic“ haben sich PVT nun überraschend vom Gedanken der Instrumentalband verabschiedet und führen Richard Pike als Sänger ein. Der klingt ausgesprochen gefühlsbetont und Pop-affin – ein starker Gegenpol zu den zerklüfteten Elektro-Soundscapes. Stücke wie der angeschossene Titelsong etwa erinnern an kühle 80er-Romantik а la Human League. In „Windows“ gerät die inbrünstige Gesangsmelodie in hartes Groove-Gewitter – was ungefähr so klingt, als habe sich Aphex Twin an einer Ballade versucht.

Text: Ulrike Rechel

PVT, Magnet, Mo 20.9., 21 Uhr, VVK: 14,40 Euro

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