Konzerte & Party

The Rakes spielen in der Maria

The RakesDamals, als The Rakes mit „Cap­ture/Release“ debütierten, hatten sie etwas Pech mit dem Timing. Franz Ferdinand hatte gerade gezündet, und man rückte automatisch in deren Schlagschatten. Es war wohl etwas unglücklich, dass man seinerzeit ausgerechnet als Toursupport mit den Schotten un­terwegs war. Stilistische Parallelen zwischen beiden Bands gibt es zweifelsohne, aber diese Reduzierung hatte das Quartett noch nie verdient. Heute haben sie sich längst davon befreit, auch weil die Band insbesondere live dank der einnehmenden Aura ihres Sängers Alan Donahoe absolut überzeugt. Seit jeher haben sich The Rakes scheinbar ein hohes Ziel gesetzt – sie wollen exaltierte Gitarrenmusik unaufgeregt klingen lassen. Nicht nur das gelang ihnen auch auf ihrem zweiten Album „Ten New Messages“, sondern darüber hinaus haben ihre Songs den gewissen Charme, der den Sound einer Band unverwechselbar macht: Nervöse Riffs bewahren bei ihnen im letzten Moment doch noch die Contenance, subtiler britischer Humor („When Tom Cruise Cries“, „The World Was A Mess But His Hair Was Perfect“) trifft auf die ein oder andere traditionelle Referenz а la Joy Division oder The Clash.
Umso spannender ist es, ob die Londoner auf dem kommenden Album das Niveau halten können. Die erste Single daraus deutet zum Glück keine Kehrtwende an und überzeugt erneut mit ihrem smarten Rakes-Appeal. Dass das Stück „1989“ heißt und das Album „Klang“ betitelt sein wird, lässt mehr als nur erahnen, dass Berlin während der Studioarbeit (die neuen Songs wurden im alten DDR-Rundfunkhaus in der Nalepastraße aufgenommen) anscheinend inspirierende Akzente setzen konnte. Und in der Tat wird Mr. Donahoe sinngemäß dahingehend zitiert, dass das neue Album schroff, verspielt, komplex und schizophren klingen wird – nicht ohne darauf hinzuweisen, dass dies wohl auch ein Tribut an die Stadt ist, in der es eingespielt wurde.

Text: Jan Schimmang

Intro Intim mit The Rakes + James Yuill + Filthy Dukes, Maria am Ostbahnhof, Mo 19.1., 21.30 Uhr, VVK: 16 Euro.

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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