Konzerte & Party

Record Release: Masha Qrella plays Kurt Weill im Prater

Masha Qrella„Broadway, Wiege der Popmusik“ hieß im Herbst 2007 das Motto eines Konzertabends im Haus der Kulturen der Welt. Wer dabei war, erlebte überraschend leichthändige Interpretationen einiger Klassiker und weniger bekannter Songs von der berühmten Musical-Meile; Stücke etwa aus der Feder von Kurt Weill und Frederick Loewe, geschrieben in deren Exiljahren in New York. Kurator Detlef Diederichsen hatte dafür Ma­sha Qrella engagiert.
Die Pop-Vorläufer Weill und Loewe – und die introvertierte Minimalistin aus Berlin? Eine durchaus mutige Kom­bination; doch erwies sich das Experiment als goldener Griff. Selten wohl hat man Broadway-Musik derart unprätentiös gehört. Offenbar gefiel der Multiinstrumentalistin das Ergebnis selbst so gut, dass sie dem Abend nun ein Studioalbum folgen lässt. In nur vier Tagen spielte sie „Speaklow“ mit ihren Stammgefährten Rike Schuberty, Michael Mühlhaus und Andi Haberl live ein. Die Klangkulisse um Orgel, Bass und Gitarren kommt dabei fokussiert, doch angenehm dezent daher. Das Album wirkt bemerkenswert eigenständig – eine fraglose Bereicherung in Qrellas kleinem Solowerk. Zumal die ursprünglich für die Theaterbretter erdachten Melodien der alten Meister auch im ruhigen Gesangsstil der Berlinerin noch catchy klingen.
Gassenhauern wie „Wandering Star“ tut die zarte Behandlung der Berlinerin rundweg gut; und bei Songs wie „I’m A Stranger Here Myself„dürften selbst Fans von Element Of Crime feuchte Augen bekommen. So popselig hat man die scheue Lo-Fi-Sirene selten erlebt.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Kerstin Anders

Masha Qrella plays Kurt Weill, Record Release, Prater, So 31.5., 20 Uhr, AK: 16/12 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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