Konzerte & Party

Regina Spektor im Tempodrom

Regina Spektor

Es sollte sich herumgesprochen haben, dass diese Frau ungewöhnlich ist. Trotzdem ist man immer wieder von Neuem erstaunt, was Regina Spektor so alles anstellt. Über zehn Jahre ist sie schon im Geschäft und noch immer ist sie für jeden Streich zu haben. Nehmen wir ihren neuen Song „All The Rowboats“. Normalerweise bevorzugt die New Yorkerin spartanische Arrangements, aber in diesem Fall kommt zwischendurch elektronisches Schlagzeug aus den Achtzigern zum Einsatz. Singen kann Spektor ganz wunderbar, aber manchmal schnauft sie wie ein Walross oder ahmt Trompetenlaute nach. Sie erzählt, dass sie es sich vorstellen könne, aus ihrem Piano Feuerholz zu machen, wenn es zu kalt wird. Wer je an einem Instrument der Marke Steinway & Sons gesessen hat, würde es niemals wagen, so etwas auch nur zu denken. Doch Spektor kennt keine Scheu. Ohne ihren Hang zur Narretei könnte die 32-Jährige als Pianistin auch in der Welt der klassischen Musik eine gute Figur machen. Aber darauf ist sie nicht aus. Eigenheiten sind ihr wichtig. Ihre russischen Wurzeln will sie nicht abstreifen. Schon als Teenager hat sie bemerkt, dass HipHop und Rock auch ihren Reiz haben. Noch während sie mit ihren Ausbildungen und Kursen beschäftigt war, machte sie sich in den Anti-Folk-Kreisen New Yorks einen Namen. Inzwischen ist für sie alles größer geworden. In New York hat sie in der Radio City Music Hall gespielt, eben erst war sie in Londons altehrwürdiger Royal Albert Hall zu Gast und in Berlin muss es jetzt das Tempodrom sein. Gut zu wissen, dass es für Musiker auch funktionieren kann, wenn sie aus der Reihe tanzen.

Text: Thomas Weiland

Foto: WMG

Regina Spektor, Tempodrom, So 22.7., 20 Uhr, VVK: 42 Euro

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