Konzerte & Party

Release Party: Too Slow To Disco

Marcus Liesenfeld

Kann sich noch jemand an den sogenannten Yacht Rock erinnern? Unter diesem amüsanten Begriff wurden zum Ende der 70er hin gut ausgebildete Musiker zusammengefasst, die eine Schwäche für Disco, Soul, Funk und Jazz hatten und mit diesen Einflüssen betont leger umgingen. Man muss vor allem an Toto, The Doobie Brothers, Little River Band, Hall & Oates und natürlich an die Christopher-Cross-Ballade „Sailing“ denken. Marcus Liesenfeld (Foto) hat seit seinen Jugendtagen eine Schwäche für diese Streitobjekte, war aber lange Zeit mit anderen Dingen beschäftigt. Man kennt ihn als Mitbetreiber des Bungalow-Labels, Hälfte des DJ-Doppels Le Hammond Inferno und unter dem Namen DJ Supermarkt. Jetzt wird aus der heimlichen Liebhaberei doch noch ein öffentliches Geständnis. Mit der Compilation „Too Slow For Disco“ zeigt Liesenfeld, wie gut er sich auskennt. Er hat sich tief ins Thema eingegraben, an Robbie Duprees einzigen Hit „Steal Away“ gedacht, an Nicolette Larsons Version von Neil Youngs „Lotta Love“, Fleetwood Macs „Sugar Daddy“ und an eine Perle von Chicago aus einer Zeit, als diese Band noch nicht schmalzig war. Ein brillanter Soundtrack für laue Sommernächte an Land und zu Wasser.

Text: Thomas Weiland

Foto Marcus Liesenfeld: Kiku Pin?ol

„Too Slow To Disco – Vol. 1“ (How Do You Are?/Rough Trade)

Release-Show mit DJ Supermarkt, ?Monarch, Mi 30.4., 22 Uhr

Too Slow To Disco

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