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Tresor, Bar25 und Co. – renommierte Clubs betreiben ihre eigenen Plattenlabels

Bar 25Die Heimat des Genres Detroit-Techno (Jeff Mills, Blake Baxter) liegt auch ein bisschen in Berlin. Nahezu zeitgleich mit der Eröffnung der Clubinstanz namens Tresor im Jahre 1991 entstand auch das gleichnamige Label: Mittlerweile kann man auf über 200 Releases zurückblicken. Doch seit­dem der wichtige Großvertrieb Neuton insolvent gegangen ist, macht das Presswerk für Tresor Records erst einmal Pause – Zukunft ungewiss. Aber diese Erfolgsgeschichte dürfte noch lange nicht zu Ende sein. Ganz im Gegensatz zu WMF Records. Das Label zum gleichnamigen Club, der Anfang des Jahres wieder einmal neu eröffnete, existiert nur noch als Back-Katalog. Ab der Jahrtausendwende brachte es regelmäßig 12-Inches u.a. von Jahcoozi oder Mitte Karaoke auf den Markt, ist seit einigen Jahren allerdings Vergangenheit.

Der Soundtrack zur Nacht
Äußerst aktiv präsentiert sich hingegen das Label der Bar25. Der Club für die nicht enden wollenden Sommernächte bietet seit 2006 auch gleich den Soundtrack dazu, indem er unter seinem guten Namen Künstler wie Brian Cares oder Random Skills veröffentlicht. Dabei setzt man nicht ausschließlich auf Vinyl, sondern immer mal wieder auch auf Digital- oder CD-Releases. Natürlich geschieht dies in kleinen Auflagen, dafür bleibt man weitestgehend unabhängig von den üblichen wirtschaftlichen Mechanismen der Musikindustrie. Das gilt auch für die Veröffentlichungen des Berghain. Das legendäre Ostgut mag zwar in dieser Form als Club nicht mehr existieren, aber sein Klang ist noch lange nicht verhallt: Unmittelbar verbunden mit dem Sound des Berghains oder der Pa­no­ramabar hat sich das Ostgut mit dem ersten Release von Andrй Galluzzi im Jahre 2005 längst als Plattenlabel in der Szene verankert (u.a. Marcel Dettmann, Вme, Len Faki). Auch das Watergate hat gerade seine dritte Mix-CD heraus­gebracht.
Keine Frage des Genres
Doch ist das Phänomen des Club­labels nicht ausschließlich auf elektronische Tanzmusik begrenzt. Auch das Bassy – eine wichtige Adresse für Country und Southern Rock – setzt seit Kurzem auf eigene Platten. In Zusammenarbeit mit Downtown Records (Brunnenstraße 186) sind dort exklusiv Vinyls erhältlich, die das Repertoire des Bassy widerspiegeln. Ebenfalls stilistisch jenseits der Berliner Techno-Historie führt auch die 8mm Bar ihr eigenes unabhängiges Label: Auf 8mm Musik erscheint beispielsweise der isländische Bluesmusiker Et Tumason, der am 16. Mai live in Berlin zu Gast sein wird. Natürlich in der Bar seiner Plattenfirma, die dort ihre Labelnight feiert und u.a. The December Sound oder Singapore Sling künstlerisch beheimatet. Die Gründe für die Symbiose zwischen Club und Label sind naheliegend. Hat sich eine Location erst einmal etabliert, ist damit auch die musikalische Zielgruppe definiert und somit ein gewisser Absatz von Tonträgern nahezu garantiert. Zudem gibt es den nos­talgischen Aspekt. Die Türen eines Clubs werden vielleicht ir­gendwann einmal verschlossen. Aber dank des eigenen Labels wird ihm sein Sound niemals abgedreht.

Text: Jan Schimmang

Foto: Johanna Braunsch

Musik zum Club:

Tresor
www.tresorberlin.de/america/label

WMF
www.discogs.com/label/wmf+records

Bar25
www.bar25.de/label

Berghain/Panoramabar
www.ostgut.de/ton

Watergate
www.water-gate.de

Bassy
www.bassy-club.de

8mm
www.8mmmusik.com

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