Konzerte & Party

Reptile Youth im Magnet

Reptile YouthBerührungsängste darf man bei Reptile Youth keine haben. Wer sich bei Konzerten des dänischen Duos in den vorderen Reihen aufhält, muss damit rechnen, überraschenden Körperkontakt mit Sänger Mads Damsgaard Kristiansen zu bekommen. Der singt nicht nur „I’m surfing on endorphines“, der lockenköpfige Hyperaktive klettert auch zu gern im Bühnenaufbau herum, stürzt sich bauchklatschend auf die Bühne oder in die Menge. Durch ihre ekstatischen Auftritte hatten sich Reptile Youth schon lange vor dem gerade erschienenen, selbstbetitelten Debüt einen exzellenten Ruf erarbeitet. Der sorgte nicht nur für volle Clubs, sondern auch dafür, dass die Dänen als einzige Band ohne Veröffentlichung beim Roskilde Festival auftreten durften. Für ihre Songs bedienen sie sich beim Electro, bei den pfeifenden Synthies der Achtziger sowie beim Punk, von dem sie die Einfachheit im Songwriting und den organischen Klang entlehnen. „Dead End“ etwa gibt sich wuchtig und düster wummernd, bevor Kristiansen zu betörendem Gesang ansetzt und sich die Spannung schließlich in einen flott bollernden Beat auflöst. „Heart Blood Beat“ und der Club-Hit „Speeddance“ knarzen und stampfen gewaltig. Die sirenenartigen Synthies des ersten Songs ahmt Kristiansen mit hibbeligem „Doo-doo-doo-doo“-Gesang nach und ruft schließlich zur Enthemmung auf: „There’s an idiot in all of us. You just have to set it free!“ Das ist trivial und souverän zugleich und so mitreißend, dass man dem Duo gelegentliche seichte Pop-Ausflüge nachsieht.

Text: Nadine Kleber

Reptile Youth, Magnet, Fr 23.11., 21 Uhr, VVK: 16 Euro zzgl. Geb.

Mehr über Cookies erfahren