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Rihanna: Talk That Talk

Rihanna: Talk That TalkSeit 2005 gibt es von Rihanna jedes Jahr ein neues Album. Nur vor drei Jahren hat sie nach dem Riesenerfolg von „Good Girl Gone Bad“ mal ausgesetzt. Manch einer mag einwenden, dass das keine große Kunst sei, schließlich überlasse die Sängerin den erklecklichen Teil der Arbeit Mietschreibern und Produzenten. Andererseits brauchen vergleichbare Diven unter ähnlichen Voraussetzungen viel länger. Bemerkenswert ist, dass sich Frau Fenty auch durch eine seit Juni laufende Konzertreise, die noch nach ihrem letzten Album „Loud“ benannt ist, nicht aus dem Rhythmus bringen lässt. Während sie also irgendwo auf der Welt alte Lieder singt, steht  bereits der Nachfolger „Talk That Talk“ in den Läden bzw. im Netz.
Mit diesem Album versucht die Sängerin einen Balanceakt. Einerseits verkompliziert sie nichts. Das Ohrwurmpotenzial ist immens. Nimmt man den obligatorischen Rap von Mentor Jay-Z beiseite, ist das Material vom Sound her erstaunlich europäisch zentriert.
In „Where Have You Been“ treffen sich der Trance-Techno Paul Van Dyks und Electro-Breaks der Pariser Schule, die alles etwas bratzig machen. Während des zweiten Teils stößt man auf Dubstep-Einflüsse, die gut mit der karibischen Herkunft von Rihanna und dem entsprechenden Zungenschlag harmonieren.
Apropos Zunge: Sie, die auf dem Cover so offensiv herauslappt, signalisiert, worum es noch geht: Um Lust und Laster, um dirty talk. Besonders erpicht ist die Barbadierin auf die Klarstellung, wer im Bett die Führungsrolle innehat. In den Post-Chris-Brown-Jahren ist der Mann für sie grundsätzlich der Sex-Sklave und sie das Latex-Luder mit der Peitsche.
„I can be your dominatrix, just submit to my every order, just enter my diamond matrix, if you want my golden flower“, heißt es in „Cockiness (Love It)“. Rihanna übertreibt es aber nicht mit der schmutzigen Ansprache. Dafür geht es dann doch um zu viel.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Annehmbar

Rihanna, Talk That Talk (Def Jam/Universal)

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