Konzerte & Party

„Rise Against“ in der Columbiahalle

Rise AgainstMit dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Barack Obama gehört eines der Feindbilder von Rise Against endlich der Vergangen­heit an. Und die Aussicht auf das lang ersehnte Ende von George W. Bushs Präsidentschaft scheint die Band bei der Arbeit am aktuellen Album bereits geleitet zu haben. Während der Vorgänger „The Sufferer and The Witness“ mit seinen Melodic-Hardcore-Kanthölzern kaum Luft zum Atmen ließ und in einem Tempo loszog, das an Druck und Aggressivität kaum zu überbieten war, ist die aktuelle Scheibe „Appeal To Reason“ melodischer und gesetzter. Das Schlimmste scheint für Rise Against hörbar vorüber zu sein.
Der Midtempo-Rocker „Long For­gotten Sons“ ist nur ein Beispiel für die neuen, gemäßigteren Töne. Bereits beim letzten Auftritt der Chicagoer in Berlin versuchten sie sich an einigen Akustikversionen ihrer Songs. Nun findet sich gar auf dem Album ein stromloses Stück, das deshalb aber nicht weniger drängend und energetisch ist. In „Hero Of War“ zeigen Rise Against vielmehr, dass Worte auch heute noch zu den Waffen gehören, die am tiefsten schneiden. Sänger Tim McIlrath greift darin die Erzählungen von US-amerikanischen Soldaten auf und verarbeitet sie zu einem bedrückenden, anklagenden Stück. Und während er nur mit seiner Stimme und Akustikgitarre über die Gräueltaten des Krieges im Irak und in Abu Ghraib berichtet, wird klar, dass bei Rise Against selbst leise erschreckend laut sein kann.

Text: Nadine Kleber

Foto: Universal

Rise Against + Strike Anywhere, Columbiahalle, Sa 7.2., 20.30 Uhr.
Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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