Konzerte & Party

Rivals Sons im Lido

Rival Sons

Denkt man sich bei den Rival Sons zwei Buchstaben im ersten Wort hinzu, könnte man noch schneller erraten, wofür die vier Jungs aus Los Angeles musikalisch stehen. Richtig, hier geht es um Retrorock mit gehörigem Roots-Faktor, und diese Siebziger-Strömung feiert zurzeit ein kleines Revival. Doch die Rival Sons können außer der Vorliebe für übliche Verdächtige wie Cream, Hendrix, den Stones, Deep Purple und Led Zeppelin noch mit einem Alleinstellungsmerkmal auftrumpfen, welches sie wohltuend von anderen aktuellen Retro-Aktivisten abhebt: Soul. Im ursprünglichen Stax-Sinne, nicht diese verwässerte und versüßlichte Kaffeehausketten-Plastik-Plörre. „Wir waren immer schon Außenseiter“, erklärt Schlagzeuger Michael Miley, „Ich hab früher in einer Jazz-Big-Band gespielt und Frank Zappa gehört, während alle meine Kumpels auf Nirvana abgefahren sind.“ Dementsprechend klingt „Pressure & Time“, das exzellente zweite Album des Vierers. Authentisch erdig und mit bluesigem Bauchgefühl zelebrieren die Rival Sons Rock gänzlich ohne klinisch computerisierte Tricks. „Rock heutzutage bewegt sich zu sehr in festgelegten Rastern. John Bonham war ein ziemlich ungebundener und lockerer Trommler. Jeff Beck, Jimmy Page oder Jimi Hendrix waren alles ungezwungen freie Spieler. Man kann hören, dass die Musik damals einfach mehr Platz und Raum zum Atmen hatte.“ Für die erneute und erfrischende Öffnung dieses Zeitfensters mit Gefühl kann man den Jungs da nur dankbar sein.

Text: Frank Thiessies

Rival Sons + Burden, Lido, Fr 25.11., 20 Uhr, VVK: 16 Euro

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