Konzerte & Party

Robert Plant in der Zitadelle Spandau

Robert PlantEs gibt einen wackeligen Handyclip im Internet, da filmt jemand einen Auftritt von Los Lobos in Chicago und kriegt vor Glück fast einen Herzkasper. „Oh my God“, japst der Handyträger freudig, als Robert Plant auf die Bühne klettert. So ganz wird Plant seine Aura als Rockgott offenbar nie los. Dabei hat der Ex-Led-Zeppelin-Frontmann in den letzten Jahren hat so etwas wie eine Neuerfindung hingelegt: als filigraner, zurückgenommener Duopartner für Blues-Grass-Sirene Alison Krauss. Ebenso stilsicher wie das von Grammys überhäuft Doppel wirkte 2010 das Debüt der Band Of Joy, einer Truppe aus Nashville-Session-Cracks wie Gitarrist und Ko-Vokalist Buddy Miller sowie Sängerin Patty Griffin. Ganz unangestrengt steckt die Americana-Allstarband die persönliche musikalische Kartografie des Sängers ab und verpasst Songs von Los Lobos, Richard Thompson oder Townes Van Zandt einen psychedelischen Grundton. „Ich sehe meine Herausforderung darin, mich selbst zu schlagen, was ziemlich eigennützig ist“, hat der 62-Jährige mal gesagt. Plants Egotrip aber wirkt vor allem inspirierend. Und ein paar Zeppelin-Klassiker hat er bisher noch auf jedem Konzert angestimmt. Auf seine Rockgottzeiten ist der Mann schließlich mächtig stolz.

Text: Ulrike Rechel

Robert Plant & The Band of Joy, Zitadelle Spandau, Mi 3.8., 19.30 Uhr, VVK: 60 Euro

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